Full text : Zur Wertzollfrage

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Erst  der  Not  der  Stunde  hat  es  bedurft,  um  den
Schlüssel  zu  einem  für  deutsche  Verhältnisse  geeigneten
Wertzoll  zu  finden;  sollte  er  ja  doch  der  begreiflichen
Furcht  unserer  Kaufleute  vor  Zollhinterziehungen  ehrloser ­
  Konkurrenten  ebenso  sehr  Rechnung  tragen  wie
ihrem  Standesgesühle,  das  sich  auf  der  einen  Seite  gegen
belästigende  Betriebskontrollen,  auf  der  anderen  Seite
gegen  die  Möglichkeit,  ja  Wahrscheinlichkeit  steueramtlicher
Fehlentscheidungen  auflehnte,  wie  solche  als  Folge  von
Prüfungen  des  Warenwertes  durch  fachunkundige  Zollbeamte ­
  mit  Recht  für  unausbleiblich  galten.
Es  kann  hier  darauf  verzichtet  werden,  die  Gründe
zu  erörtern,  die  eine  Mehrheitsbildung  zugunsten  der
Regierungsvorlage  (Tabakverbrauchssteuer;  Banderolensteuer)
  nicht  wahrscheinlich  machten.  Jedenfalls  stand
die  Möglichkeit  ihrer  Ablehnung  vor  Augen,  während ­
  andererseits  von  Tag  zu  Tage  die  Anschauung
mehr  Boden  gewann,  daß  eine  reine  Erhöhung  des  Eewichtszolles
  zwar  bequem,  aber  alles  andere  als  eine

damaligen  Gegengründe  der  Regierung  gegen  den  Wertzoll  waren  die
allgemein  anerkannten,  daß  der  Marktwert  nicht  sicher  feststellbar  sei,
die  Zugrundelegung  des  Preises  (Faktura)  aber  zu  den  unbeliebten
Fabrikkontrollen  der  Fabrikatsteuer  führe.  Das  Tabaksteuergesetz  vom
15.  Juli  1909  verlangt  jedoch  nicht  Feststellung  des  Marktwertes,  sondern
  des  Preises,  und  hat  dennoch  die  Fabrikkontrollen  entbehrlich  gemacht. ­
  Damit  waren  alle  früheren  Bedenken  gegen  den  Wertzoll  beseitigt.
  Nur  konnte  natürlich  der  neue  Weg  erst  betreten  werden,  nachdem ­
  er  gefunden  war.  Das  vergessen  stets  diejenigen  Gegner  der
Tabaksteuer,  die  das  Verhalten  der  Regierung  in  dieser  Frage  widerspruchsvoll ­
  nennen.
            
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