Object: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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Auch von fachtheologischer Seite lenkte man viel 
fach, das Wesen des Gebiets verkennend, in diese 
Bahnen ein. Als Beispiel sei das berühmteste Buch 
der anglikanischen Theologie genannt, Bischof 
Butlers „Analogy of religion“. Da war der Versuch 
gemacht, zu zeigen, daß die religiösen Lehren durch 
aus der Denkweise der Naturwissenschaften ent 
sprechen und der Vernunft nicht mehr und nicht 
weniger Schwierigkeiten machen als diese. Die end 
liche Wirkung des Buchs war der beabsichtigten ge 
rade entgegengesetzt, und wenn es etwas bewies, so 
war das die furchtbare Ausdehnung der großen Kluft. 
Nun sind zwar die einzelnen Autoren oder viel 
mehr Schulen auf diesem Feld zu sehr verschiedenen 
Resultaten gelangt, welche trotz aller Verherrlichung 
der absoluten Vernunftherrschaft wesentlich Kinder 
der betreffenden religiösen Milieus sind, in denen 
ihre Autoren aufgewachsen waren. Aber trotzdem 
evolvierte eine Auffassung, welche man immerhin mit 
größerem Recht als irgendeine von den andren als 
Produkt derjenigen Zeittendenzen bezeichnen kann, 
welche auf kongenialeren Gebieten soviel für die 
Sozialwissenschaften leisteten. Das war der Deismus. 
Wir wollen auf ihn und die zahlreichen Formen, die 
er annahm — das Wort deckt sehr verschiedene In 
halte — nicht eingehen. Für unseren Zweck ist er 
nur in zwei Richtungen wichtig: Einmal deshalb, 
weil er uns als praktisches Beispiel für die Leistungs 
unfähigkeit logischer Analyse in dieser Beziehung 
dienen kann, an welchem wir sehen können, wie eine 
Vernunftreligion aussieht, wie sehr sie nur in nega-
	        
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