Full text : Wirtschaft als Leben

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p Die  Herrschaft  des  Wortes“,

am  schöpferischen  Begriffe  fruchtet  allein  nichts.  Die  Rückschau  ist
erst  möglich,  wenn  unser  Denken  fr  ei  kommt  vom  Geschehen  selbst,
dem  es  innewohnt;  wenn  es  Muße  findet,  seinen  Blick  von  Vollzug
zu  Vollzug,  von  Handlung  zu  Handlung  wandern  zu  lassen.  Es  muß
erlebtes  Geschehen  hinter  sich  sehen,  lebendige  Vergangenheit.
Dann  erst  kann  es  die  Lehre  daraus  ziehen,  und  sieht  auch  Handlung
über  Handlung  vor  sich,  Zukunft.  Freilich,  den  begrenzten
Vorblick  lehrt  unser  Denken  schon  die  einzelne  Handlung.  Selbst
der  schlichteste  Zweckgehalt  eines  Strebens  verweist  uns  auf  einen
Weg,  der  erst  zu  begehen  bleibt.  Auch  alles  Erdulden,  das  sich  in
der  Erinnerung  eingeprägt  hat,  als  schattenhafte  Vergangenheit,  droht
mit  einer  unbestimmten  Wiederholung  aus  der  Ferne;  wer  Schweres
erlebt  hat,  hat  das  Bangen  damit  erlernt,  auch  wenn  er  sonst  kein
Hasenfuß  ist.  Aber  die  begrenzte  Zukunft  der  ablaufenden  Handlung,
und  die  schattenhafte  Zukunft  aus  dem  Bangen,  sie  reichen  nicht  an
die  Vorstellung  heran,  die  sich  aus  jener  Rückschau  der  Vorschau
mitteilt.  Erst  mit  der  unbegrenzten  Wiederkehr  von  Handlungen,  die
wir  doch  schon  in  Rechnung  ziehen,  wird  die  unerlebte  Zeit  lebendig;
hört  auf,  die  bloße  und  gespenstige  Frage  zu  sein  —  für  die  unsere
Träume  die  schülerhaften  Antworten  schreiben,  bis  das  Schicksal  mit
seinem  Rotstift  darüber  hinfährt.  Und  diese  lebendige  Zukunft  steht
um  so  klarer  vor  uns,  je  klarer  lebendige  Vergangenheit  hinter  uns
liegt.  Wir  sehen  deshalb  peinlicher  zurück,  führen  sorgsamer  schon
über  das  Erleben  Buch,  um  deutlicher  vorauszusehen.  So  werden
auch  Vorschau  und  Rückschau  miteinander  reif;  durch  eine  Fülle  der
Beziehungen,  die  hier  nur  recht  hölzern  anzudeuten  ging.  Ich  suchte
diese  Beziehungen  im  ausmalenden  Sinne  zu  erklären;  indem  ich  erwog,
wie  der  Einzelne  zur  Erfassung  lebendiger  Zeit  kommt.  Hier  kann
das  theoretische  Denken  es  weithin  dem  urwüchsigen  zuvor  tun;  und
die  Probe  auf  echt  „historisches“  Denken  wird  immer  die  sein,  ob  man
die  gewisse  Empfindung  hat,  daß  auch  die  verklungenen  Zeiten  nicht
rascher  vom  Erleben  sich  lösten,  und  nicht  minder  schicksalserfüllt
waren,  als  die  von  uns  durchlebten.
Es  ruht  in  unserem  Handeln  selber  begründet,  daß  unser  vorund
  unser  rückschauendes  Denken  es  einander  gleich  tun.  Da
wie  dort  ist  die  Aufgabe  die  nämliche:  Wir  müssen  lernen,  mit  Einem
geistigen  Blick  immer  mehr  des  erlebten  Geschehens  zu  überfliegen.
An  der  Hand  der  Wiederkehr  wird  unser  Denken  mit  unbestimmten
Mengen  des  Handelns  fertig.  Wir  erfassen  Zustände,  die  sich  aus
dem  Durchlebten  heraus,  über  das  Erleben  hinweg,  in  das  Unerlebte
dehnen.  Die  Art,  wie  das  Handeln  im  Erleben  zusammenhängt,  lernen
            
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