Full text : Wirtschaft als Leben

Ausblicke,  V.

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Wicklungen  begleitet,  oder  auch  durchkreuzt.  Beides,  Zustand  und
Entwicklung,  kommen  dabei  in  irgendeiner  Weise  immer  unter  den
Determinanten  des  Geschehens  in  Anschlag,  deren  Kreis  hiermit
um  die  zuständlichen  erweitert  wird.  Zugleich  aber  beruft  sich  dieses
Geschehen,  und  das  oberpersönliche  Handeln  wenigstens  mittelbar,  auf
die  ursprünglichsten  Einheiten  des  Handelns.  Diese  entschwinden ­
  unserem  Geiste  nur  dort,  wo  das  Denken  in  den  vielerwähnten ­
  Formen  den  Ton  angibt.  Mit  jenen  Umformungen  jedoch
rückt  hier  an  allen  Stellen  Person  und  persönliches  Leben  in
den  Vordergrund.  Das  gilt  auch  von  den  „Geschehnissen  und
den  „Vorgängen“  des  oberpersönlichen  Handelns;  man  denke  einfach
an  die  Sachwalter  dieses  letzteren.  Trotz  seiner  Umformung  wahrt  sich
also  das  Geschehen  neben  seinem  zeitlichen  und  örtlichen  stets  auch
seinen  persönlichen  Weiser.  Kraft  dieser  einweisenden  Dreiheit
sichert  sich  das  Geschehen  seinen  Platz  in  dem  Einen  und  großen  Gewebe ­
  ;  es  macht  damit  aber  auf  seinen  ureigenen  Gehalt  Anspruch.
Es  erscheint  als  etwas,  das  auch  vor  unserem  Denken  im  greifbaren,
praktisch  werdenden  Sinne  nur  mit  sich  selber  da  ist,  in  diesem
Sinne  sich  „ereignet“.  Diese  Umformungen  geben  sich  somit  als  „Ereignisse“. ­
  Das  erlebte  Geschehen  selbst,  das  grüne  Handeln,
ist  deshalb  nicht  Ereignis,  weil  es  beharrlich  mit  unserem  Ich  zusammenbleibt; ­
  sei  es  im  Erleben  selber,  im  Mitleben,  oder  im  Nachleben. ­
  Ereignis  ist  immer  umformend  Ausgesondertes.  Wenn
wir  uns  trotzdem  oft  genug  bewußt  sind,  „einem  Ereignis  beizuwohnen“,
so  folgt  hier  entweder  die  Aussonderung  auf  dem  Fuße;  es  geht  uns
sofort  ein  Licht  darüber  auf,  daß  hier  etwas  auszusondern  sei,  das  für
alle  Rückschau  einen  Anhalt  bietet  —  als  ein  deutlicher
Scheideweg  der  Linien  des  zusammenhängenden  Geschehens,  als
„dramatischer  Punkt“  oder  es  hängt  dieser  Eindruck  daran,  daß  wir
in  die  Zukunft  voraus  genau  so  umformend,  Ereignisse  aussondernd,
denken  wie  in  die  Vergangenheit  zurück;  diese  Gleichheit  des  rückund
  des  vorschauenden  Denkens  wird  sich  an  unseren  letzten
Formeln  bewähren.  Und  so  kommen  wir  in  die  Lage,  Ereignissen
auch  „entgegen“  zu  sehen.
Wie  in  der  „kleinen“,  unserer  engeren  Welt,  so  auch  in  der  „großen“l
Für  die  Rückschau  sind  die  Ereignisse  der  Anhalt.  In  ihrem,  den
Zeitenlauf  begleitenden  Zusammenhang,  sei  er  nun  wie
immer  dicht  bestockt  und  verschlungen,  bedeuten  diese  Ereignisse  die
Art,  wie  sich  unserem  Denken  jenes  Netz  von  Handlungen  darstellt,
das  hier  im  Grundsätze  zu  suchen  ist.  Aus  den  Handlungen,  die  an
den  dichtesten  Zusammenhängen  liegen,  werden  Ereignisse  des  wuchv.
  Gottl-Ottlilienfeld,  Wirtschaft  als  Leben.  18
            
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