Contents: Wirtschaft als Leben

Umrisse einer Theorie des Individuellen, III. 
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„Unebenheiten“ der Mondoberfläche, die wir bloß in spielender 
Analogie „Berge“ nennen. Auch zu individualisieren vermöchten 
wir sie nicht ernsthaft; wir registrieren sie einfach, gleich Sternen 
und Kometen. Da überall würde der Idiographie die Seele fehlen! 
Für unsere Auffassung, die keine Astrologie duldet, dehnt sich eben 
nicht bis dorthin die Möglichkeit jener Beziehung auf unsere Interessen, 
die geographisches Denken erst ins Leben ruft. Wir sehen übrigens, 
wie jenes fundamentale „Beziehen auf unsere Interessen“ zugleich das 
Prinzip für die eindeutige Umgrenzung des Allzu 
sammenhanges liefert; kurz vorher hat es sich für den Beruf eines 
Prinzips der Auswahl qualifiziert. 
Was enthält aber jene offenkundig schlagwörtliche Wendung 
vom „Beziehen“ als sachlichen Kerni Wir wollen etwas, so 
lautet die bisherige Deutung, wir nehmen also zustimmend oder ab 
lehnend Stellung zur Wirklichkeit; und in der Beziehung dar 
auf gewinne die eine oder andere der Zusammenfassungen, die kate- 
gorial möglich wären, für uns einen spezifischen Sinn. So ent 
stehe ein Begriff, der sich idiographisch ausgestalten läßt. Dieses 
Spiel der inhaltlichen Voraussetzung bedürfte nun einer schärferen 
Fassung. Soweit es hier zu erläutern geht, hätte es beim geo 
graphischen Denken mit jenem „Beziehen auf unsere Interessen“ 
ungefähr die folgende Bewandtnis. 
Es ist zunächst ein spezifisches Geschehen da; „Geschehen“ 
gleichbedeutend mit einer bestimmten Formungsweise, um nicht 
zu sagen, mit einer Rationalisierung jenes „Erlebens“, das unsere 
Wirklichkeit in letzter Instanz ausmacht, für sich selber jedoch unserem 
Denken ungreifbar, bloß unserem anschaulichen Vorstellen zugänglich 
ist. Ob und wieviel noch andere „Geschehen“ neben jenem anzu 
erkennen sind, weshalb unter ihnen auch jenes als ein spezifisches gilt, 
wie es zu nennen wäre, ob nun „Handeln“ oder, vielleicht weniger 
mißverständlich, „Kulturgeschehen“ — dies alles gehört nicht 
hierher. Jedenfalls ist dieses Geschehen darin in der Gewalt unseres 
Denkens, daß wir uns seinen Ablauf aus dessen Be 
dingungen zurechtlegen. Diese Bedingungen sind entweder 
primäre, solche nämlich, die wir in das Geschehen selber verlegen, 
so daß es mit ihnen steht und fällt; wir sprechen eine solche primäre 
Bedingung inhaltlich stets mit der Wendung aus, daß wir das oder 
jenes „wollen“. Hier interessieren uns mehr die sekundären Be 
dingungen, jene, die allemal nur in der Relation auf eine 
primäre Bedingung erfaßbar sind, als etwas, was außer 
halb des Geschehens selber liegt. Sie machen die Determinanten
	        
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