Full text : Wirtschaft als Leben

Umrisse  einer  Theorie  des  Individuellen,  III.

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Gattungsnamen  für  sich  allein  gekommen  sind.  Mithin  muß
für  die  Formung  jener  Begriffe  noch  etwas  anderes  haftbar  sein,
außer  den  Kategorien.
Sehen  wir  uns  einmal  das  sprachliche  Gebilde  „Berg“  an,  den
Ausdruck,  als  sinnvolles  Wort  genommen;  nicht  etwa,  um  in
scholastischer  Weise  für  die  Sache  aus  dem  Wort  heraus  zu
argumentieren.  Wir  verfolgen  einfach  die  Spur  weiter,  auf  die  wir
in  Sachen  der  inhaltlichen  Voraussetzung  aller  Idiographie  gelangt
sind;  und  dazu  frommt  uns  durch  einen  günstigen  Zufall  auch  das
Wort  „Berg“,  oder  sagen  wir  genauer,  seine  „innere  Sprachform“.
Da  ist  es  gleich  bedeutsam,  daß  unser  Sprachgefühl  mitnichten
verletzt  wird,  wenn  von  einem  „Bergwerke“  auch  dort  gesprochen
wird,  wo  das  Eindringen  mitten  in  einer  Ebene  erfolgt.  Nicht  minder
„symptomatisch“  ist  es,  wenn  der  pfälzische  Bauer  nach  seinem  Ausdruck ­
  „in  den  Berg“  geht,  wo  er  einfach  den  ganz  flach  gelegenen
Wald  aufsucht!  Wobei  vielleicht  dieselbe  Ideenverflechtung  unterläuft,
die  uns  umgekehrt  vom  „Odenwald“  sprechen  und  schließlich  doch
ein  Bergland  meinen  läßt.  Es  ist  nämlich  der  Zusammenhang  zwischen
„Berg“  und  „bergen“  nicht  bloß  etymologisch  da,  im  urwüchsigen
Sinne  scheint  dies  überhaupt  den  Ausschlag  zu  geben,  weshalb  wir
auch  unabhängig  von  theoretisch-„orographischer“  Betrachtung
das  Schema  „Berg“  als  ein  selbständiges  handhaben.  Danach
wäre  also  ein  Berg  zunächst  das,  was  entweder  etwas  vor  uns  „birgt“,
oder  uns  selber  zu  „bergen“  vermag.  Beides  aber  läßt  sich  gleich  gut
mit  dem  Sinn  einer  Bodengestaltung  vereinen.  Diese  kann  ebensowohl ­
  in  ihrem  Hohlraum  allerlei  Begehrenswertes  einschließen,  als
auch  auf  ihrer  Höhe  uns  Zuflucht  gewähren.  Das  letztere  so,  daß
sie  uns  den  Vorteil  eines  weiten  Ausblickes  verschafft  und  zugleich
die  Annäherung  an  uns,  die  Bewegung  des  uns  Feindlichen,  erschwert.
So  hebt  es  die  „innere  Sprachform“  des  Wortes  klar  hervor,  warum
eine  Erhebung  von  beträchtlicher  Höhe  zu  etwas  Spezifischem
wird  und  sohin  einen  Begriff  für  sich  gestalten  läßt:  kraft
ihres  Sinnes  für  uns!  Erst  also  in  der  Beziehung  auf
uns,  auf  das,  was  wir  wollen  oder  nicht  wollen,  erstreben  oder  abwehren,
  wird  eine  Erhebung  beträchtlicher  Höhe  zu  etwas  Spezifischem,
wandelt  sich  also  quantitative  Eigenheit  zu  Begriffsqualität.  Unsere
praktischen  Interessen  als  Handelnde  geben  in  dieser  hochtheoretischen
Hinsicht  den  Ausschlag.  Auch  darüber  löst  sich  jeder  Zweifel,  weshalb ­
  Gebilde  nach  dem  Schema  „Berg“  unser  Interesse  am  Besonderen ­
  anregen.  Es  genügt,  daß  solche  Formungen  des  Anschaulichen ­
  von  der  Wurzel  aus  unseren  praktischen  Interessen
            
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