Full text : Wirtschaft als Leben

,Zur  sozialwissenschaftlichen  Begriffsbildung“,

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nicht  an,  das  Subjekt  selber  als  das,  in  die  Subjektbeziehung  „Einbezogene“ ­
  zu  erläutern.  Das  Subjekt  ist  von  primärer  Bedeutung
für  die  Formung  der  Akte  und  Erleidungen,  mit  dem  Subjekte  steht
und  fällt  die  ganze  Subjektbeziehung,  mithin  es  widersinnig  wäre,  das
Subjekt  als  das  ihr  Einbezogene  anzusehen.  Ohne  weiteres  aber  erläutert ­
  sich  das  Objekt  als  das,  in  die  Subjektbeziehung
Einbezogene.
Konstruieren  wir  die  Wendung:  „Der  Blick  des  Lesers  auf  die
Zeilen“,  so  rollt  dies  die  ganze  Subjektbeziehung  sprachlich  auf.  Die
Kohärenz  des  Aktes  gegenüber  dem  Subjekte  ist  hier  nicht  weniger
in  der  Sprachform  markiert  als  auch  die  bloße  Einbezogenheit  des
Objektes.  Die  Tatsache  aber,  daß  die  Formung  primär  durch  den
Bezug  auf  das  Subjekt,  nur  sekundär  durch  den  Bezug  auf  das  Objekt
bedingt  ist,  läßt  sich  an  der  Konstruktion  veranschaulichen:  „Der  Leser
blickt  auf  die  Zeilen“.  Das  zu  „blickt“  abgewandelte  „blicken“  ist
jetzt  keineswegs  der  Ausdruck  jener  gleichbenannten  Erlebung,  die  hier
ja  schon  geformt  erscheint.  Das  „blicken“  besagt  jetzt  vielmehr  jenes
„Zeitwort“,  das  sich  abwandelt,  um  den  Akt  des  „Blickes“  in  verschiedene ­
  Zeiten  zu  rücken,  hier  also  in  die  Gegenwart.  Es  erklärt
sich  übrigens  selber,  daß  gerade  die  unbestimmteste,  die  Infinitivform
des  Zeitwortes,  zum  Ausdruck  der  wohl  zeithaften,  aber  noch  nicht
weiter  geformten  Erlebung  werden  muß.  Nun  wird  jene  Aussage  bezeichnenderweise ­
  auch  dann  nicht  sinnlos,  sobald  man  das  Objekt
unterdrückt:  „Der  Leser  blickt“.  Subjekt  und  Akt  vereint,  finden
also  bereits  ihr  Auslangen  1  Das  Objekt,  das  sekundär  Bedingende,
bleibt  hier  der  anschaulichen  Vorstellung  überantwortet.  Verneint  wird
es  sozusagen  beim  „Blick  ins  Leere“,  in  welchem  extremen  Falle  jedoch
der  „Blick“  selber  zum  Schemen  wird,  die  Formung,  als  eine  noetische,
gleichsam  verkümmert.  Wenn  uns  umgekehrt  die  Konstruktion  „blickt
auf  die  Zeilen“  so  unerträglich  mangelhaft  erscheint,  so  bezeugt  dies
die  primäre  Bedeutung  des  Subjektes  für  alles  noetische ­
  Formen.
Die  Formung  des  Objektes  ist  nicht  mehr  so  lapidar  einfach
wie  jene  des  Subjektes  oder  auch  des  Aktes.  Auch  das  Objekt  wird
als  eine  Relation  geformt,  jedoch  muß  eine  hievon  unabhängige
Formung  als  Substanz  möglich  sein.  Nicht  umsonst  ist  das
Objekt  als  das  bloß  Einbezogene  erfaßlich:  während  sich  Subjekt  und
Akt  in  ihrem  gegenseitigen  Verhältnis  erschöpfen,  wahrt  sich  das
Objekt  eine  relative  Selbständigkeit,  steht  gleichsam  innerhalb
und  außerhalb  der  Subjektbeziehung.  Es  ist  das  Objekt  nicht  Substanz
kraft  des  Aktes,  sondern  zunächst  aus  eigenem  Rechte  Substanz,
            
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