Full text : Wirtschaft als Leben

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„Freiheit  vom  Worte“,

drücklich  aber  unter  Wahrung  des  notwendigen  Zusammenspieles  aller.
Dann  erst  ist  die  Fachwissenschaft  auch  als  solche  von  vollem  Werte.
Es  erweist  sich  in  der  Folge  noch  klarer,  wie  jede  dieser  Fachwissenschaften ­
  ganz  notwendig  jene  Einheit  bejahen  muß,  um  sich  selber  in
voller  Richtigkeit  zu  ermöglichen.  Aber  schon  der  Idee  nach  ist  das
soziologische  Vorgehen  der  Fachwissenschaft  gleichbedeutend  mit  ihrem
richtigen  Vorgehen  schlechthin.  Für  die  Nationalökonomie  nun,  da
verknüpft  sich  dieses  soziologische  Vorgehen  mit  der  all  wirtschaftlichen ­
  Auffassung.
Eine  Sache  kann  man  auch  aus  ihrem  Gegensatz  klar  machen.
Die  Allwirtschaftslehre,  als  nationalökonomische  Theorie  soziologischen
Geistes  gemeint,  findet  ihren  erläuternden  Gegensatz  vorweg  in  der
herkömmlichen  Theorie,  in  der  „Güterlehre“.  Recht  im  Widerspruch
zu  allem,  was  eben  zu  sagen  war,  sitzt  da  eine  Fachwissenschaft  gleichsam ­
  auf  dem  Isolierschemel!  Zwar  nur  mit  ihrer  Theorie;  mit  dieser
aber  vorbildlich.  Darin  prägt  sich  die  „unsoziologische“  Haltung  dieser
Theorie  aus.  Es  ist  aber  sofort  klar,  daß  niemand  an  diesem  „Unsoziologischen“ ­
  innerlich  Anstoß  nimmt,  dem  die  Wirtschaft  selber  als
etwas  an  sich  „Unsoziales“  gilt;  das  will  sagen,  wer  also  leugnet,  daß
Wirtschaft  und  menschliches  Zusammenleben  grundwesentlich  verflochten ­
  sind.  Eine  richtige  Auseinandersetzung  darüber  ist  hier  unmöglich. ­
  Vorgreifend  sei  aber  doch  einiges  gesagt,  nur  wieder,  um
den  Boden  etwas  aufzulockern.
Es  ist  eine  weit  verbreitete,  fast  die  allgemeine  Ansicht,  Wirtschaft ­
  sei,  rein  grundsätzlich  genommen,  die  Sache  des  „Einzelnen“.
Für  die  „Güterlehre“  ergibt  dies  nebenher  einen  drolligen  Widerspruch; ­
  denn  hier  ist  ja  allemal  nur  Erwerb  als  die  Wirtschaft  gedacht, ­
  und  wenn  der  „Einzelne“  auch  alles  könnte,  erwerben,  wie  es
hier  in  Frage  steht  und  für  „Wirtschaft“  angesehen  wird,  das  kann
er  in  seiner  Vereinzelung  nicht!  Als  „Güterlehre“  verhöhnt  sich  also
die  heutige  Theorie  soweithin  selber,  als  sie  das  grundsätzlich  „Unsoziale“ ­
  der  Wirtschaft  behauptet.  Aber  jene  Ansicht  übersteht  noch
ganz  andere  Widersprüche;  zu  fest  stützt  sie  sich  auf  geheime  Rückhalte. ­
  Da  spukt  von  rechts  das  „Wirtschaftliche  Prinzip“:  „Suche  den
höchsten  Nutzen  mit  den  geringsten  Kosten  zu  erzielen!“  Daran  hänge
die  Wirtschaft;  ein  Plandeln  gemäß  diesem  Prinzip  stünde  jedoch  auch
dem  „Einzelnen“  zu,  daher  also  Wirtschaft  grundsätzlich  dessen  Sache
sei.  Nun,  was  sich  aus  dem  hellen  Widersinn  jener  landläufigen
Fassung  dieses  „Prinzips“  überhaupt  als  vernünftiger  Sinn  herauswickeln
läßt,  ist  einfach  der  von  mir  so  genannte  Grundsatz  der  technischen
Vernunft:  „Handle  stets  mit  dem  vergleichsweise  mindesten  Aufwand!“
            
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