Kapitel III. Die Pessimisten.
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Bodenrente vortrug, als Ricardo, und besonders, daß er ein weit weniger
entschiedener Gegner des Intervcntionismus war 1 ).
Ricardo’s größte Leistung jedoch besteht darin, die Gesetze, die
die Bewegung der Waren und die gegenläufigen Strömungen des Geldes
von einem Lande in das andere beherrschen, aufgedeckt zu haben und in
dem glänzenden Nachweis, wie dieses Hin- und Zurückfluten sich vollzieht.
Sobald in einem Lande, z. B. in Frankreich, die Handelsbilanz un
günstig ist, d. h. wenn die Einfuhr die Ausfuhr um, sagen wir, eine Milliarde
übersteigt, muß Geld ausgeführt werden, um diesen Überschuß an Ein
fuhr zu bezahlen. Infolgedessen wird das Geld seltener, sein Wert steigt,
und die Preise sinken. Diese Preiserniedrigung jedoch schreckt die fremden
Kaufleute, die in Frankreich verkaufen, ab, und zieht, im Gegenteil dazu,
die fremden Kaufleute, die dort einkaufen, an, wodurch die Einfuhr ver
ringert, und die Ausfuhr vergrößert wird. Die Geldausfuhr hört daher
auf, und dafür beginnt der Rückfluß des Geldes; diese entgegengesetzte
Strömung setzt sich fort, bis die ausgeführte Milliarde wieder im Lande
ist. Auf der anderen Seite ruft die ins Ausland geflossene Milliarde in dem
Lande, das sie erhalten hat, die umgekehrten Erscheinungen hervor:
Überfluß und Wertverminderung des Geldes, Preiserhöhung, Prämien
auf die Einfuhr und Verlangsamung der Ausfuhr. Von beiden Seiten
arbeiten daher die wirtschaftlichen Kräfte daran, die Handelsbilanz in
die Gleichgewichtslage zurückzuführen, nämlich in die Lage, in der jedes
Land die für seine Bedürfnisse nötige Menge Geldes besitzt, weder mehr
noch weniger.
Han könnte einwerfen, daß dieser ein wenig verwickelte Mechanismus
leider nur langsam seine Wirkung ausüben kann, und daß viel Zeit ver
gehen wird, bevor die Warenpreise den Einfluß der Flucht des Geldes
fühlen werden. Allerdings, aber es ist nicht notwendig zu warten, bis diese
Erscheinung eintritt; eine andere geht ihr voraus und kündigt sie an, und
zwar, wie schon A. Smith erwähnt hatte: der Kurs der auf das Ausland
gezogenen Wechsel steigt. Dieser Kurs ist eine Wage von besonders feiner
Empfindlichkeit, und die Erhöhung des Wechselkurses genügt allein schon,
auch wenn sie nur einige Centimes beträgt, um die Ausfuhr zu fördern
Uj id die Einfuhr zu verlangsamen (s. hierüber auch oben S. 92f.).
So verläßt das Geld das Land nicht oder verläßt es nur auf kurze
Eeit, was darauf hinausläuft, daß, im Gegensatz zu der so fest eingewur
zelten Meinung, weder Gold noch Silber irgendeine Rolle im internationalen
Handel spielen. Ihre Aufgabe beschränkt sich, wie die des Öles, darauf,
üie Räder zu schmieren. Der ganze Handel geht vor sich, als ob kostbare
Hotalle überhaupt nicht existierten, und als ob der Handel zwisch
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■) Siehe auch den .ch.n .t„k
hervorgehoben hat: „Ec i.t natürlich uninüglich. d p «f'^”?™%XZSionl
ihren natürlichen Lauf lassen kann“ (Malthus, Prmciples, Introduct.on).