Inflation und Kriegsanleihe.
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berücksichtigt), und da ferner auch die Preissteigerung bis dahin
weder eine einheitliche, noch gerade übermäßig starke war, so kann
es nicht überraschen, wenn angesichts der vorstehenden Zusammenstellung
das Vorhandensein einer Inflation bis zu jener Zeit geleugnet
oder als nur sehr geringfügig hingestellt wird (z. B. Pohle,
a. a. O. S. 12f.).
Dennoch waren schon damals alle Merkmale einer Inflation
vorhanden. In den Kriegsanleihezeichnungen, die äußerlich den
vorher vom Reich in Anspruch genommenen Kredit deckten, seine
Rückzahlung bei der Reichsbank ermöglichten, war nämlich nicht
nur ausschließlich die durch die Reichszahlungen geschaffene Kaufkraft
wieder auf das Reich übertragen worden. In den vier ersten
Kriegsanleihen fanden vor allem auch diejenigen Kapitalien Unterkunft,
die noch aus anderen Quellen — gewöhnlichen Ersparnissen —
flössen und gewohnheitsmäßig in Wertpapieren Anlage suchten
und diese jetzt in den Kriegsanleihen fanden, ferner die Kapitalien,
die aus anderen Anlagen frei geworden (Lagerräumung) oder frei
gemacht (ausländische Wertpapiere) worden waren. Es handelte
sich also — zu einem genau nicht feststellbaren, aber recht erheblichen
Teil — um freie, bereits in der Volkswirtschaft vorhandene
Kaufkraft, die jetzt durch die Zeichnung auf die Kriegsanleihen
vielfach einem anderen als vorher beabsichtigten Zwecke zugeführt
wurde. Ein großer Teil der vom Reich neugeschaffenen Kaufkraft
in Gestalt von frei gewordenen Produktionskapitalien, Kriegsgewinnen
oder sonstigen Einkommensteigerungen war hingegen
der Volkswirtschaft verblieben und hatte — namentlich auch in
anderen Händen als solchen, die Kriegsanleihe zeichneten — den
ersten Spekulationstaumel, den Aufkauf aller möglichen Waren
und damit die Steigerung der Preise begünstigt.
Und selbst wenn von den bis dahin vom Reich verausgabten
30 Milliarden Mark ein Teil auf die Kriegsanleihen zurückgezeichnet
war, so konnten diese Zeichnungen Vermögensmehrungen
darstellen, die aus gestiegenen Einkommen hervorgegangen
waren. Auf Grund dieser Vermögen, die jetzt die Form der Kriegsanleihe
angenommen hatten (vgl. 5) blieb die erhöhte Kaufkraft
bestehen. Gleichzeitig hatte aber die Verringerung des in der deutschen
Volkswirtschaft verbliebenen Gütervorrats Fortschritte gemacht,
so daß doch eine Aufblähung der Kaufkraft in dem hier
gebrauchten Sinne, eine Inflation, eingetreten war.