Full text : Inflation und Geldentwertung

Inflation  und  Depositen.

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an  das  Reich  nimmt  jetzt  bei  weitem  den  ersten  Platz  in  der  Anlegung ­
  der  Depositen  der  Banken  ein.
2.  Auf  diese  Weise  zieht  also  das  Reich  doch  auf  dem  Umwege
über  die  Depositen  der  Banken  die  in  der  Kriegswirtschaft  entstandene ­
  und  auf  die  Kriegsanleihe  nicht  übertragene  Kaufkraft
fortgesetzt  wieder  an  sich.  Damit  wäre  also  der  Ring:  Schaffung
von  Kaufkraft  durch  die  Zahlungen  des  Reiches  —  Wiedereinziehung ­
  der  Kaufkraft  in  der  Hauptsache  über  die  Kriegsanleihe,
einen  weiteren  Teil  (Depositen)  über  die  Reichsschatzanweisungen
—  geschlossen.
Aber  dieser  Kreislauf  des  Kapitals  ist  erstens  nicht  ganz  geschlossen, ­
  weil  die  Kaufkraft  nicht  samt  und  sonders  an  das  Reich
zurückfließt,  sondern  Teile  aus  dem  Einkommen  des  Beziehers  auf
den  Gütermarkt  oder  den  Effektenmarkt  überspringen  oder  als  erhöhte ­
  Kassenbestände  dienen.  So  sind  nur  bestimmte  Restbeträge
zur  Kriegsanleihe  gelangt  (die  überdies  jederzeit  wieder  flüssig  gemacht ­
  werden  können).  Zweitens  ist  das  letzte  Glied  in  diesem
Ring  nicht  echt.  Während  der  Besitzer  von  Kriegsanleihe  wenigstens ­
  grundsätzlich  auf  die  Wiederauflebung  seiner  Kaufkraft  verzichtet ­
  bzw.  bei  Verkäufen  von  Wertpapieren  eine  andere  Kaufkraft ­
  die  Wertpapiere  aufnimmt,  also  nur  eine  Übertragung  der
Kaufkraft  von  einer  Person  auf  die  andere  stattfindet,  will  der
Einzahler  auf  Bankkonto  selbst  nicht  einmal  grundsätzlich  auf  die
Verfügung  über  seine  Kaufkraft  verzichten.  Er  will  sie  nur  in
geeigneter  Form  —  die  in  Deutschland  Zinsen  ab  wirft  —  aufspeichern,
  bis  er  sie  zu  gelegener  Zeit  zu  anderen  Zwecken  endgültig ­
  verwenden  kann.  Eür  den  Depositengläubiger  bedeutet
die  Hingabe  des  Geldkapitals  nur  ein  Ruhen  dieser  Kaufkraft  für
eine  gewisse  Zeit.  Eür  ihn  ist  sein  Guthaben  bei  der  Bank  nichts
anderes  als  eine  Banknote,  die  er  nicht  in  eigener  Kasse  aufbewahrt. ­

Jedoch  auch  bei  dieser  Aufspeicherung  von  Kaufkraft  in  Gestalt
der  Depositen  —  und  Verwendung  durch  die  Banken  —  ist  zu  beachten, ­
  daß  sie  durchaus  nicht  für  die  Gesamtheit  der  Summen,
die  in  Betracht  kommen,  freiwillig  erfolgt  ist.  Nicht  sind  diese
Summen  bei  den  Kreditinstituten  hinterlegt  worden,  weil  sie  sämtlich ­
  vom  Gütermarkt  femgehalten  werden  sollen,  sondern  sie  sind
auch  zu  den  Banken  und  Sparkassen  geströmt,  weil  sie  Güter
nicht  mehr  kaufen  oder  nur  zu  solchen  Preisen  kaufen  konnten,
            
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