Steuerpolitische Maßnahmen.
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eine erhebliche Rolle spielen werden, läßt sich heute noch nicht
übersehen. Immerhin bleibt bestehen, daß im Ralle der Kreditbeanspruchung
eine unmittelbare Verteuerung der Produktion
durch die Vermögensabgabe gegeben ist.
Bei der durch die Vermögensabgabe erforderlich werdenden
Kreditgewährung werden ferner unter Umständen neue Buchkredite
geschaffen, neue Noten oder Darlehnskassenscheine zur
Ausgabe gelangen. An die Stelle des eingezogenen Papierkapitals
tritt neues Papiergeld, neue Kaufkraft. Aber — was meist übersehen
wird, wenn die Schwierigkeiten der Vermögensabgabe betont
werden — diese Neuausgabe von Papiergeld und Krediten ist
doch unter allen Umständen der Belassung der aufgeblähten Kaufkraft
in ihrer augenblicklichen Verteilung auf die Einzelwirtschaften
.vorzuziehen. Wird zunächst einmal allen Einzelwirtschaften ein
verhältnismäßiger Teil ihres Vermögens abgenommen, dann wird
deren Kaufkraft beschnitten, wird zugleich das nominelle Vermögen
mehr dem volkswirtschaftlichen Güterbestande angepaßt. Außerdem
wird damit ein Teil des 100 und mehr Milliarden Mark umfassenden
„fiktiven“ Kapitals (Noten, Schatzanweisungen und Kriegsanleihe)
zum Verschwinden gebracht. Indem den Unternehmern
dann neuer Kredit zugeführt wird, kommt diese neue Kaufkraft
jetzt ausschließlich in solche Hände, die sie zu volkswirtschaftlichem
Nutzen, zur Erhöhung der Produktion verwenden können.
Eine notwendige Voraussetzung dieser Maßnahmen ist eine gewisse
Überwachung des Kapitalmarktes, auch schon mit Rücksicht auf
die endgültige Unterbringung der verbleibenden Staatsanleihen,
wie ich dies schon in früheren Ausführungen gefordert habe 1 ).
Nun haben aber nicht alle Unternehmer (und sonstigen Steuerpflichtigen)
so viel flüssige Mittel, daß sie daraus die Vermögensabgabe
entrichten könnten. Mit Rücksicht darauf, daß die meisten
Unternehmungen ihren Betrieb noch nicht in vollem Umfange
wieder haben aufnehmen können, wird vielfach die Zahl derjenigen,
die die Steuer nicht aus vorhandenen Mitteln leisten können,
sicher überschätzt, wenn auch nicht zu übersehen ist, daß die
hohen Preise und hohen Löhne ein weit größeres Betriebskapital
als früher bedingen. Immerhin ist bei vielen Unternehmungen mit
i) Vgl. Prion, W., Die deutschen Kreditbanken im Kriege und nachher,
Stuttgart 1917 S. 143. Prion, W., Der internationale Geld- und Kapitalmarkt
nach dem Kriege, München 1918, S. 87.