Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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Arbeiter!  yartetgcnossew!
Heute  ist
Heichstagswahl!
Wir  rufen  Euch  in  letzter  Stunde  zu:
WtT  Tut  Sure  fflieht!  "WE
und  gebt  Eure  Stimme  dem  Kandidaten  der
Sozialdemokratie:  Arthur  Stadthagen  l
Da»  foxial-rm-kratische  Wahtkomttee.
Vorwärts  Buchdruckerci  und  VerlagSrmftalt  Paul  Singers  Ci.,  Per'üo  SW.  68,  Linden  st?.  69-98.
  Letzte  Mahnung  an  die  Reichstagswähler  Niederbarnim

naturgemäße  Vermehrung  und  Zuwanderung  kommt  die  politische  Mobilmachung ­
  von  Reserven  aus  ihren  alten  Beständen.
So  sind  die  bei  der  Wahl  vom  25.  Januar  1907  erfolgten  Verschiebungen ­
  der  Parteiziffern  zu  erklären.  Im  ganzen  stimmen  bei  den
Reichstagswahlen  in  Berlin  und  Umgebung  die  Wähler  heute  gemäß  der
großen  Klassenscheidung:  die  Arbeiter  für  die  Sozialdemokratie,  die  Wähler
aus  den  anderen  Klassen  für  die  eine  oder  die  andere  der  bürgerlichen  Parteien. ­
  Aber  es  gibt  stets  Äberläufer,  und  große  Schichten  von  Wählern
stehen  ihrer  Klassenlage  nach  zwischen  den  großen  Gruppen,  bereit,  heute
sich  dieser  und  morgen  ,  jener  zuzugesellen.  Ohne  Leranziehung  der  politischen ­
  Momente,  die  dem  Wahlkampf  seinen  besonderen  Stempel  aufdrücken, ­
  würde  jeder  Rückschluß  aus  der  Stimmenverteilung  auf  die  Stellung
der  Klassen  irrig  ausfallen.
Es  ist  daher  nicht  nur  wünschenswert,  sondern  auch  sehr  wohl  möglich,
daß  die  nächste  Reichstagswahl  in  allen  vier  Orten  wieder  größere  Prozentsätze ­
  für  das  sozialdemokratische  Wählerkontingent  ergibt.  Aber  sie  werden
den  prinzipiellen  Charakter  des  Bildes  nicht  ändern.  Charlottenburg,  Schöneberg, ­
  Wilmersdorf  bleiben  bis  auf  weiteres  Stätten,  wo  das  wohlhabende
Bürgertum  sich  in  wachsender  Masse  ansiedelt,  wie  Rixdorf  Lochburg  der
Sozialdemokratie  bleibt,  auch  wenn  durch  sein  Wachstum  ein  größerer  Einschlag ­
  bürgerlicher  Elemente  herangezogen  werden  sollte.  Die  mächtig  emporblühende ­
  Arbeiterstadt  im  Südosten  Berlins  darf  sich  rühmen,  einen  höheren
Prozentsatz  sozialistischer  Stimmen  aufgebracht  zu  haben,  als  irgend  ein
anderer  Ort  im  Wahlkreis.  Keiner  der  49  Wahlbezirke  Rixdorfs,  der  nicht
der  Sozialdemokraüe  mehr  Stimmen  gebracht  hätte,  als  den  anderen  Parteien ­
  zusammen.  Von  kleineren  Orten,  die  annähernd  gleiches  von  sich
sagen  können,  seien  Adlershof,  Alt-Glienicke,  Köpenick,  Grünau,  Loherlehme,
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