$ 70. Wechselnde Ausnutzung der Produktionsmittel.
$ 70. Wechselnde Ausnutzung der Produktionsmittel.
Der andere Hauptweg zur Ermöglichung einer erhöhten Produktion
in der Hochkonjunktur ist eine bessere Ausnutzung der vorhandenen
Produktionsmittel.
Eine solche verbesserte Ausnutzung kann, was das bewegliche
Kapital betrifft, in der Weise gewonnen werden, daß der ganze Produktionsprozeß
beschleunigt und also die ‚„„Umlaufsgeschwindigkeit“
des beweglichen Kapitals erhöht wird, was offenbar damit gleichbedeutend
ist, daß die Vorräte von beweglichem Kapital im Verhältnis
zum Umfange der Produktion vermindert werden. In den Hochkonjunkturen,
wo die Produktion mit möglichster Intensität arbeitet,
wird im allgemeinen jedes Zwischenprodukt möglichst schnell zur
nächsten Produktionsstufe übergeführt werden und also nicht lange
Zeit in den Lagerbeständen zu finden sein. Daß in diesem Sinne eine
bessere Ausnutzung des beweglichen Kapitals die Hochkonjunkturen
auszeichnet, kann ziemlich allgemein angenommen werden. Man würde
sicher aber irren, wenn man hierin ein wesentliches Moment in der Erklärung
der gesteigerten Produktion der Hochkonjunktur sehen wollte.
Daß eine bessere Ausnutzung der dauerhaften materiellen Produktionsmittel
in der Hochkonjunktur stattfindet und in gewissem
Maße zur Ermöglichung der gesteigerten Produktion beiträgt, steht
außer Zweifel. In den Depressionsperioden sind die dauerhaften Produktionsmittel
teilweise schlecht ausgenutzt, teilweise sogar überhaupt
nicht benutzt. Diese Veränderungen in der Ausnutzung der dauerhaften
Produktionsmittel stehen zum Teil im Zusammenhang mit der
wechselnden Verwendung von Arbeitskraft. Wenn die Fabrik mit
Überstunden oder Extraschichten arbeitet, wird offenbar auch eine
bessere Ausnutzung sowohl der Maschinen wie der ganzen Fabrikanlage
gewonnen. Werden mehr Arbeiter angestellt, so werden wohl
teilweise neue Maschinen erforderlich, aber oft werden doch gewisse
Maschinen auch für die größere Zahl der Arbeiter hinreichend sein.
Die vergrößerte Produktion ist in solchen Fällen teilweise durch intensivere
Ausnutzung der Maschinen ermöglicht. Ähnliches dürfte
auch in manchen Fällen für die Fabrikgebäude und die übrigen Anlagen
gelten.
Aber auch ohne Zusammenhang mit Veränderungen der Arbeiterzahl
oder der Arbeitsstundenzahl kommen bedeutende Schwankungen
in der Ausnutzung der dauerhaften Produktionsmittel vor, wenn z. B. ein
Schiff, das eine Mal mit voller, das andere Mal nur mit halber Last segelt.
In gewissen Fällen sind wir in der Lage, die wechselnde Ausnutzung
der dauerhaften Produktionsmittel statistisch zu beleuchten, und somit
eine ungefähre Vorstellung vom Umfange dieser Schwankungen sowie
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