Full text : Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Wohnung einrichteten!). Diese Rückständigkeit wurde in erster
Linie erzeugt durch die elenden Verkehrsverhältnisse, für die es
schon ein Gewinn war, wenn sich ein bescheidener Wasserlauf,
der mit Trekschuiten befahren werden konnte, durch das Land ZOg;
wo das nicht der Fall war, da dienten tiefe, unergründliche Sandwege
 dem Verkehr, der sich auf das Notwendigste beschränkte.
Dieselben großen Unterschiede, die uns in
der Skizze der Landbauverhältnisse der einzelnen Provinzen entgegengetreten
 sind, begegnen nun auch in allen übrigen
landwirtschaftlichen Beziehungen. Eine einheitliche
 Darstellung wird dadurch unmöglich; überall wird der gemeinsame
 Gedanke durchbrochen von provinziellen und landschaftlichen
 Sondererscheinungen. Das war zum Teil die Folge der
stark ausgebildeten Dezentralisation der
öffentlichen Einrichtungen, ‚die höchstens da eine
Einheitlichkeit zuließ, wo die natürlichen und wirtschaftsgeographischen
 Verhältnisse sie erzwangen oder erleichterten.
Einen solchen Unterschied finden wir zunächst in der
für die Niederlande sehr wichtigen Angelegenheit der Landgewinnung:
 Während im Westen diese gleichbedeutend
war mit dem Kampfe gegen das Meer, man hier diesem
wieder abgewann, was es in früheren Zeiten durch katastrophale
Einbrüche dem Lande geraubt hatte, und das Werk in Trockenlegung
 und Eindeichung bestand, wurde in den höher gelegenen
Gegenden des Ostens und Nordens die Landgewinnung
zu einer viel schwierigeren, sehr große Entsagung
 fordernden Arbeit“ Die’ Mooraustrocknüung
hat gewiß schließlich viel Segen gebracht; aber niemals hat sie so
fruchtbare Gebiete aufgeschlossen, wie das mit den Eindeichungen
im Westen meist der Fall war?).
Einige der ältesten, umfangreichsten Eindeichungen in Holland
 erwähnten wir schon; es sind ihnen dann im Laufe des 17.
und 18. Jahrhunderts noch eine große Reihe kleinerer gefolgt?).
0 Blink, Il, 95 ff.
2) Über die Notwendigkeit der Trockenlegung der Moore: De Koopman,
 VI, 134; über die Entwässerung, VI, 187.
3) Die mächtigen Deichbauten bewunderte 1626 der venet. Gesandte (Blaok,
Rel. Venet., S. 232).
            
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