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Frankreich (Seidenwürmer, Seefischerei, Forstwirtschaft).
Deutschland importierte 1880:186,000 kg
und exportierte 191,300 kg.
Seidenwürmer zieht man besonders
in den Departements Ardèche, Vaucluse,
Drôme, vor allen aber im Departement
Gard, daö mehr als den vierten Teil der
Kokonernte liefert. Die Seidenwürmer
liefern seit 1876, wo man nur 155,000
kg gewann, wieder bessere Ertrage, uäm-
#'1877 : 872,000 kg, 1878 : 608,000
kg, aber 1879 wiederum nur 256,000 kg.
Dazu wurden importiert 1878:3,940,701,
1879: 3,543,600 kg. Die Einfuhren an
Rohseide hatten in jenem schlechten Jahr
435 Milt. Mk. erreicht, fielen aber im
nächsten Jahr um nahezu die Hälfte und
betrugen (in Millionen Mark):
Einfuhr Allsfuhr
1878 : 256,g 103,7
1879: 253,1 127,9
1880 : 265,8 128,6
Zn Lyon, AnbcnaS, Avignon, St. Etienne
und Privas wurden 1879 verwogen
1,722,788 kg, und in den nachstehenden
Anstalten wurden konditioniert:
Aubenas 204186 Kilogr.
Avignon 164422 -
St. Etienne .... 651548 -
Lyon ...... 3032028 -
Mmes 11054
Privas. . ■ ■ . . 40713 -
Zusammen: 4103951 Kilogr.
Die Nohseidcnindustrie beschäftigte 1878
in 1738 Filanden und Haspelanstalten
72,689 Personen.
2) Die Seefischerei hat in neuerer
Zeit große Bedeutung, namentlich durch die
Unterstützung der französischen Regierung,
gewonuen.Sie beschäftigt gegenwärtig etwa
80.000 Mann. Die hauptsächlichste Aus
beute liefern: Heringe, Makrelen, Anchovis
und Sardellen an den französischen Küsten,
dann Kabeljaus an den Küsten Neufund
lands itnd Islands. Die für denKabeljau
ausgerüsteten Schiffe haben 1879: 33,8
Mill, kg an Fisch und Rogen eingebracht.
Die Ausfuhr von Stockfischen betrug 1878 :
4.783.000 kg und die darauf gezahlten
Ausrüstungs- u.Ausfuhrprämien 646,986
Mk. Der Heringsfang beschäftigte 728
Schiffe Von 24,985 Ton., und die Quan
tität der in französischen Häfen eingebrach
ten Heringe bctrllg 1879: 29,n Mill. kg.
Nach Deutschland wurden 1878 cm mari
nierten oder in Öl eingemachten Fischeil
exportiert 766,665 kg im Wert von 1,2
Mill. Mk. Auch die Austernbänke liefern
eine jährlich steigende Ausbeute. Aus den
Austernparkeil zil Arcachon, Auray, Va-
rennes wurden 1870 — 71 erst 34 Mill.
Stück Ailstern im Wert von 2 Mill. Mk.,
1879 dagegen 542 Mill. Stück im Wert
von 14,8 Mill. Mk. gewonnen. Die Ge
samtausbeute derKabeljausischerei uild der
Küstenfischerei (Makrelen, Heringe, An
chovis, Sardinen, Austern, Hummern)
wertete 1879: 78,4 Mill. Mk. Die Ein
fuhr von Fischen aller Art wertete 1878:
25,4 Mill., die Ausfuhr 26,8 Mill. Mk.
4'. Forstwirtschaft.
Die französische Agrargesetzgebllng ist
hinsichtlich der Um-und Zusammenlegung
der zerstreuten Parzellen sehr unvoll
kommen, und dies trägt neben der prakti
schen Allsführllilg des gesetzlichen Prin
zips der gleichen Erbteilung sehr zur Zer
splitterung der Grundstücke bei. Die Bo
denkultur unterstützen: Credit foncier de
France,Credit agricole,Comptoir de l'Agri-
culture in Paris nebst andern kleinern Ge
sellschaften, ferner die Centralgesellschaf
ten für Agrikultur imb für Gartenball zu
Paris und gegen 800 andre Vereiile.
Mit Wald sind gegenwärtig in F.
9,185,310 ha oder 17,3 Proz. des Staats
gebiets bedeckt. Es herrscht aber große Un
gleichartigkeit. Einzelne Departements ha
ben nlir 2—3 Proz., andre über 40 Proz.
des Bodens als Waldland. Die Staats-
forsteu haben sich in diesenl Jahrhundert
bis auf 958,300 ha in 735 Forsten ver
mindert. Seit 1860 hat man entwaldete
Strecken in den Alpen und Cevenllen wie
der mit Bäumen bepflailzt lind so 74,532
ha Wald gewonnen. Es muß in jedem
Jahr ein großer Teil des Bedarfs impor-
tiert werden, so 1878: geineinc Hölzer für
176,5 Mill. Alk. (Export 24,5 Mill. Mk.),
davon aus Deutschland für 23,2Mill. Mk.,
und Schmuckhölzer für 13 Mill. Mk.
I). Bergbau und Hüttenwesen.
Eisen. F. „besitzt zahllose Lager von
Eisenerzeil vorzüglichster Qualität, obschon
durch die Abtrennung von Lothringen,