18 Allgemeine Gütererzeugungspolitik.
5. FachausbildungsPolitik.
Die Fürsorge für geeignete Ausbildung der Arbeitskräfte
aller Stufen ist eine der wichtigsten Aufgaben der allge-
meinen Gütererzeugungspolitik. Der Erfolg der wirtschaft
lichen Arbeit hängt in erheblichem Grade von dem Wissen der
Arbeitenden ab. Die allgemeine Unterrichtspolitik kommt an
dieser Stelle nicht in Frage, da sie nicht unmittelbar auf die
Gütererzeugung gerichtet ist. Vielmehr handelt es sich um
diejenigen Zweige der Unterrichtspolitik, die sich auf die
Heranbildung der bei der Gütererzeugung mitwirkenden
Arbeitskräfte fstr diese ihre Tätigkeit erstrecken. Das Gebiet
ist sehr umfassend, und die Aufgaben, die dabei erwachsen,
sind sehr mannigfaltig, weil es darauf ankommt, sowohl für
die einzelnen Hauptgruppen der Gütererzeugung als auch
für die verschiedenen gesellschaftlichen Stufen der Arbeitenden
die geeignete Bildungsgelegenheit zu sichern. Der letztere
Umstand bedingt eine gewisse Abstufung der Unterrichtsan
stalten, die sich über alle Gütererzeugungszweige hin erstreckt,
ohne deshalb überall im einzelnen gleich ausgestaltet zu sein.
Für die ausführenden Arbeiter kommt außer der Ergänzung
des Volksschulunterrichts in Fortbildungsschulen (ländliche,
gewerbliche Fortbildungsschulen usw.) und außer der Aus
bildung bei der Berufsausübung, wie sie in manchen Zweigen
fast ausschließlich maßgebend ist, die Gruppe der niederen
Fachschulen und der Lehrwerkstätten in Betracht. Sie wollen,
mögen sie als Ackerbauschulen, oder Waldbauschulen, oder
Bergschulen, gewerbliche Fachschulen usw. erscheinen, die aus
führenden Arbeiter mit den für ihren Beruf erforderlichen
Kenntnissen ausrüsten. In nicht wenigen Fällen zwingen
die Verhältnisse zu großer Beschränkung in dieser Beziehung
sowohl in bezug auf die für den Unterricht verwendbare Zeit
(Abendschulen, Winterschulen usw.) als auch in bezug auf den
Ausbau der Unterrichtsveranstaltungen. Oft genug muß der