fullscreen : Die Frau als kaufmännische Angestellte im Handelsgewerbe

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Die  Hälfte  aller  Angestellten  verdient  noch  nicht  so  viel  wie  zum
standesgemäßen  Unterhalt  notwendig  ist.  Auch  hier  zeigt  sich  der
Unterschied  in  der  Höhe  der  Gehälter  nach  der  Fachbildung.  Relativ
günstig  liegen  die  Verhältnisse  für  die  Angestellten  ohne  Lehrzeit.
Diese  den  Erfahrungen  scheinbar  widersprechende  Tatsache  hängt
damit  zusammen,  daß  die  Not  viele  zum  Verkäuferinnenberuf  treibt,
die  gute  Schulbildung  und  vielleicht  auch  Begabung  für  den  Beruf
als  Ausgleich  mitbringen.  Es  muß  dabei  aber  in  Betracht  gezogen
werden,  daß  sehr  viele  den  Besuch  eines  Handelskurses  angeben  konnten,
also  immerhin  doch  eine,  wenn  auch  nicht  genügende,  Ausbildung
vorweisen.  Sonst  gilt  aber  auch  für  die  Verkäuferinnen,  daß  eine  gute
Ausbildung  lohnerhöhend  wirkt;  doch  muß  man  wieder  das  Gehalt  in
Verbindung  bringen  mit  der  Dauer  der  Tätigkeit.
Das  Gehalt  betrug

nach  einer
Tätigkeit  von

nach  Angaben  des  K.  V.  f.  w.  A.

bis  70  M.
%

70—100  M.
%

über100M.
%

nach  Angaben  der  V.  k.  V.  1  w.  A.
bis  70  M.  70—100  M.  über  100  M.

3  Jahren
5  „  .
längerer  .

83,3
71,6
15,9

16,7
26,9
53,0

1,5
31,1

89,5
82,0
27,0

7,9  2,6
18,0  —
42,9  30,1

Einen  Einfluß  auf  die  Höhe  des  Gehaltes  kann  man  nach  diesen
Zahlen  der  Dienstzeit  nicht  absprechen.  Das  Resultat  ist  aber  im
Vergleich  zu  den  Gehältern  für  Kontoristinnen  erschreckend  ungünstig.
■Selbst  nach  mehrjähriger  Tätigkeit  gelingt  es  keineswegs  der  größeren
Mehrzahl,  einen  Arbeitsverdienst  zu  erzielen,  der  etwas  mehr  als  die
Bestreitung  der  notwendigsten  Bedürfnisse  gestattet.
Als  Endergebnis  der  ganzen  Gehaltsfrage  für  die  Angestellten
ist  also  festzustellen,  daß  immerhin  die  beste  Ausbildung  die  günstigsten
Aussichten  für  die  Zukunft  bietet.  Da  heutzutage  der  kaufmännische
Beruf  für  eine  große  Anzahl  nicht  mehr  als  Durchgangsstadium  bis
•zur  Versorgung  in  der  Ehe  angesehen  wird,  so  ist  eine  gründliche  Erziehung ­
  für  den  Beruf  unbedingt  erforderlich.  Selbst  im  Falle  einer
Heirat  ist  das  für  die  Ausbildung  ausgegebene  Geld  nicht  immer  nutzlos ­
  aufgewandt,  da  die  Frau  bei  ungünstigen  Lebenslagen  besser  für
einen  Erwerb  vorbereitet  ist.  Wenn  auch  Zufälligkeiten  einen  großen
Einfluß  ausüben,  bleibt  doch  immer  die  persönliche  Tüchtigkeit  und
Brauchbarkeit  als  wesentlichster  Faktor  bestehen.  Wer  über  diese
nicht  verfügt,  dem  kann  sie  selbst  die  beste  Fachbildung  nicht  anerziehen, ­
  die  nur  mit  lehrbaren  Fertigkeiten  ausrüsten  kann.  Eine
besonders  große  Rolle  spielt  die  persönliche  Begabung  bei  den  Verkäuferinnen, ­
  weil  die  Veranlagung  zum  Verkehr  mit  der  Kundschaft
            
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