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nur 110.965, 1923 schon 602.000 Aktionäre, davon waren 60 Prozent
Angestellte, Bei 56 Elektrizitätsgesellschaften waren rund 40 Prozent
des Personals im Besitze von Aktien des Unternehmens, der durch-
schnittliche Besitz eines Aktionärs waren fünf Stück. Die Bell-
Telegraphen- und Telephonbetriebe hatten 1875 nur 1382 Aktionäre
mit durchschnittlich je 244 Aktien im Besitze, 1923 gab es
26.376 Aktionäre mit einem durchschnittlichen Besitz von 38 Stücken.
Sehr stark sind die Aktien auch unter den Angestellten der Ver-
sicherungsgesellschaften verbreitet, ebenso verhält es sich mit den
Detailhandelsgesellschaften u. a. m. Houston führt außerdem zur Er-
weisung des »demokratischen Wohlstandes« des Volkes. an, daß
11.Millionen Familien (= etwa 30 bis 40 Millionen: Menschen) im
aigenen Hause wohnten, daß 21 Milliarden Dollar Spareinlagen (von
36 Millionen Einlegern) gezählt wurden, daß 72 Prozent des be-
bauten Bodens im Besitze von 3!/ Millionen kleiner Farmer ist (in
Frankreich 53 Prozent, in England 10 Prozent). Die Volksbanken
haben 150 Millionen Dollar investiertes Kapital u.a. m. Von den
Dividenden der Aktiengesellschaften entfielen auf Aktionäre mit.einem
jährlichen Einkommen zwischen 1000 und 5000 Dollar 1917 erst
95 Prozent, 1922 schon 18:4 Prozent, 1926 schon 25 Prozent; die
Gesamtzahl der Aktienbesitzer war 1900 erst 44, 1920 schon 144
und 1926 sogar 30 Millionen. Und ein Beobachter fragte: Kaufen
lie Arbeiter den Kapitalismus, indem sie die Kapitalisten auskaufen?
In der Ford-Fabrik in Trefford Park, Manchester, England, ist
nicht nur die Gewinnbeteiligung der Arbeiter eingeführt, sondern
auch ihre volle Mitbestimmung. »Die Industrie, die diesen Weg geht,
beschäftigt nicht ,Taglöhner‘, sondern Menschen, zielbewußt, begeistert,
die die Beachtung der Werkleitung finden« .(Ford). »Wir bauen nicht
ıur Motor-Cars, sondern fördern auch die Menschen und ihr Werk.«
Professor Carver stellt fest, daß in den Vereinigten Staaten das
Eigentum an den Betrieben und dem Material viel rascher in die
Hände der Arbeiter übergeht als sonstwo, u. zw. ohne jeden Re-
f/ormator, sondern weil die Arbeiter dank der wirtschaftlichen Ent-
wicklung das nötige Geld in der Hand haben, um Besitzer der
Betriebe zu werden, wo sie arbeiten. »Unsere Wirtschaftspolitik hat
zin viel rationelleres Programm angenommen als die irgend eines
Landes, weil es uns gelungen ist, viel mehr Wohlstand unter allen
Klassen der Gesellschaft zu verbreiten.« Diese Demokratisierung der
Industrie sei aber erst in den Anfängen, entwickle sich aber von