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Drittes Buch. Der Liberalismus.
Tode —: großartig und scheinbar unerschütterlich. Es ist dies die Periode,
die, vom französischen Gesichtspunkt aus, unter dem Namen der Periode
des zweiten Kaiserreichs zusammengefaßt wird, die Zeit, in der die liberale
klassische Schule glaubte, ihre beiden alten Gegner, den Sozialismus
und den Protektionismus, endgültig besiegt zu haben. Mit Hinsicht auf
den Sozialismus schreibt Reybaud im Dictionnaire d’Economie
Politique im Jahre 1852: „Heute vom Sozialismus sprechen, heißt,
eine Leichenrede halten.“ Was den Protektionismus anlarigt, so hatte
er in England durch die Abschaffung der Getreidezölle die Schlacht ver
loren und sollte in Frankreich und in Europa überhaupt bald den Ver
trägen von 1860 erliegen. Der klassischen Nationalökonomie schien
daher die Zukunft gesichert: sie sah nicht voraus, daß 1867 das „Kapital
erscheinen würde, daß 1872 der Kongreß von Eisenach zusammentreten
sollte, und daß um die gleiche Zeit die Verträge von 1860 gekündigt
werden würden.
Benutzen wir daher diese kurze Spanne ihres Ruhmes, um die Ge
setze darzulegen, die sie lehrte, — und zwar so gedrängt, wie möglich,
da dies keine nationalökonomische Abhandlung ist —: dabei wollen wir
uns auf die Doktrinen beschränken, die damals als endgültig angesehen
wurden, und die noch heute von denen, die der liberalen Schule treu g e '
blieben sind, für endgültig gehalten werden.
§ 1. Die großen Gesetze.
Die Existenz natürlicher Gesetze war stets die charakteristische
Behauptung der klassischen Schule. Ihr zufolge sind sie das Postulat,
ohne das keine Gesamtheit von Kenntnissen auf den Namen Wissen
schaft Anspruch erheben kann. Diese Gesetze haben nicht mehr wie
bei den Physiokraten und Optimisten jene Charakterzüge des providen-
tiellen, normativen und teleologischen >): sie sind ganz einfach „natür
lich“, ganz so wie die physischen Gesetze und folglich amoralisch; sie
können nützlich oder schädlich sein: dem Menschen liegt es ob, sich ihnen,
so gut er kann, anzupassen. Die Nationalökonomie eine ’ „gefühllose
Wissenschaft“ zu nennen, weil sie nachweist, daß dieses oder jenes Gesetz
unheilvolle Folgen für den Menschen haben kann, ist ebenso absurd,
0 Die natürlichen Gesetze waren jedoch schon von Dupont de Nemours e _
gut und in dem gleichen Sinne, wie von der klassischen Schule, definiert . w , 0I ^jieS
„Die natürlichen Gesetze sind die wesentlichen Bedingungen, denen gemäß sic ‘ .
in der vom Schöpfer der Natur eingerichteten Ordnung vollzieht... Was uns anbe ^
sind es die wesentlichen Bedingungen, denen die Menschen unterworfen sind, um _
alle Vorteile, die die natürliche Ordnung ihnen gewähren kann, zu verschaffen
troduction aui Güuvres de Quosnay, S. 21).