Kaliumchromate
191
Kaliumphosphat
aber von der chemischen Großindustrie zur Herstellung
von Pottasche, Kalisalpeter, Alaun und
anderen Kaliumverbindungen sowie als Düngemittel
benutzt. Die deutschen Lager versorgen
die ganze Erde mit Kalisalzen, und man hat, um
einer Erschöpfung der Vorräte vorzubeugen, ber
eits mehrfach ein Ausfuhrverbot in Vorschlag
gebracht.
Kaliumchromate. Man unterscheidet zwei, als
gelbes und rotes bezeichnete, K„ welche beide
technische Anwendung finden, t. Gelbes Kaliumchromat
(gelbes chromsaures Kali,
Kaliummonochromat, lat. Kalium chromicum
ilavum, frz. Chromate de potasse neutre, engl.
Chromate of potassium yellow), KoCrO^, wird
aus dem roten Salz dargestellt, indem man Lösungen
des letzteren solange mit Pottasche versetzt,
als noch Aufbrausen stattfindet, und dann
eindampft. K. bildet zitronengelbe, giftige Kristalle,
die leichter in Wasser löslich sind als das
tote Salz, und findet in der chemischen Analyse,
'U der Färberei und Tintenfabrikation (Chromhlauholztinte)
Verwendung, wird aber für technische
Zwecke meist durch die billigere und
tthromsäurereichere Natriumverbindung ersetzt.
2 - Rotes chromsaures Kali (Kaliumdichromat,
lat. Kalium chromicum rubrum, Kalium bichromicum,
frz. Bichromate de potasse, engl,
hichromate of potassium), K 2 Cr 2 0 7 , wird durch
Schmelzen von gemahlenem Chromeisenstein mit
Pottasche und Salpeter, oder mit Kalk und Pott
Usche dargestellt. Die beim Auslaugen der
Schmelze mit Wasser erhaltene Lösung liefert
Jtach dem Eindampfen mit berechneter Menge
Schwefelsäure das rote Salz. Es erscheint in
formschöner Kristalle, die mit Wasser eine rote,
Metallisch schmeckende, sehr giftige Lösung
Sehen. K. wird in der Färberei und Photolitho-^taphie,
ferner als Oxydationsmittel in der Teer-‘arbenindustrie
(Alizarin), in der Tintenfabrikatl
°n, der Chromgerberei und zu zahlreichen anderen
Zwecken verwandt.
Kaliumjodid (Jodkalium, lat. Kalium jodahnn,
frz. Jodure de potasse, engl. Potassium
)0 dide), KJ, das am häufigsten gebrauchte Jod-Mäparat,
findet sich bereits fertig gebildet in der
'‘■sehe der Meerespflahzen, wird aber fabrikmäßig
aus Jod hergestellt. Zu diesem Zwecke
°St man entweder Jod in heißer Kalilauge oder
fhan zersetzt Eisenjodürjodid mit Kaliumkarbonat
J? der Wärme. Außerdem wird auch das aus
'1 er Mutterlauge des Chilesalpeters abgeschiehene
Kupfferjodür zur Darstellung von Jodkalium
Ver wandt. Das K. kristallisiert in durchscheihenden
oder porzcllanartig weißen Würfeln von
■ a *rig bitterem Geschmack, löst sich reichlich
, n Wasser, weniger in Alkohol und wird an der
huft leicht feucht und durch Jodabscheidung
jfeiblich. Da es sich auch am Lichte zersetzt,
es vor Luft und Licht geschützt aufbewahrt
, er den. Auf der Eigenschaft, reichliche Mengen
L** zu lösen, beruht die Verwendung in der
^rnischen Analyse. Außerdem wird es in der
odizi n gegen Skrofulöse und Syphilis, Kropf-Drüsenleiden,
ferner in der Photographie
o zur Darstellung anderer Jodpräparate be-“utzt,
^aliumnitrat (Salpetrigsaures Kalium, lat.
tn nitrosum, frz. Nitrite de potasse, engl.
Potassium nitrous), KN0 2 , entsteht beim Glühen
von Kalisalpeter mit metallischem Kupfer oder
beim Erhitzen mit ameisensaurem Kalium in
Form färb- und geruchloser, an feuchter Luft
zerfließlicher Kristalle, die mit Weinsäure in der
Kälte braunrote Dämpfe von Stickdioxyd entwickeln.
Es kommt auch geschmolzen, in dünne
Stangen gegossen, in den Handel und findet zur
Darstellung von Teerfarben'sowie in der chemischen
Analyse Verwendung.
Kaliumperchlorat (überchlorsaures K., lat.
Kalium perchloricum, frz. Perchlorate de potasse,
engl.Potassiumperchlorate),.KCIO4,entsteht durch
Erhitzen von Kaliumchlorat, bis die zuerst dünnflüssige
Schmelze wieder zähe und fest geworden
ist. Zur Trennung des Gemisches von Kaliumperchlorat
und Kaliumchlorid löst man in heißem
Wasser, worauf das Perchlorat beim Erkalten
in Form farbloser Prismen auskristallisiert. K.
löst sich leicht in heißem, schwer in kaltem
Wasser, gar nicht in Alkohol und zerfällt beim
Erhitzen auf 400 0 in Chlorkalium und Sauerstoff.
Es findet in der Medizin gegen Malaria und
perniziöses Fieber, in der Technik als Sprengmittel,
zu photographischen Zwecken und zur
Herstellung von Feuerwerkskörpern Verwendung.
Kaliumperkarbonat (lat. Kalium percarbonicum,
frz. Percarbonate de potasse, engl. Potassium
percarbonate), K 2 C 2 O s , wird durch
Elektrolyse gesättigter wäßriger Kaliumkarbonatlösungen
bei — to° erhalten, als ein in
wasserfreiem Zustande farbloses,, in wasserhaltigem
Zustande blaues Salz, das beim Erwärmen
unter Abspaltung von Sauerstoff zerfällt und mit
verdünnten Säuren Wasserstoffsuperoxyd liefert.
K. dient zur Darstellung von Sauerstoff, ferner
als Ersatz des Wasserstoffsuperoxyds zum Bleichen
und zu photographischen Zwecken.
Kaliumpermanganat (übermangansaures
Kalium, lat. Kalium permanganicum, frz. Permanganate
de potasse, engl. Potasse permanganas).
Beim Schmelzen von Mangansuperoxyd
(s. Braunstein) Oder anderen Manganverbindungen
mit Ätzkali und salpetersaurem oder chlorsaurem
Kalium entsteht eine grüne Masse, die
aus Kaliummanganat (Mangansaures Kali),
K 2 Mn0 4 , besteht Und als Desinfektionsmittel
beschränkte Anwendung findet. Leitet man in
die heiße wäßrige Lösung des letzteren Kohlensäure
oder Chlor, oder unterwirft sie der Elektrolyse,
so schlägt die Farbe von grün nach
purpurrot um (daher der Name Chamäleonlösung),
und es entsteht das Permanganat,
KMn0 4 , das nach der Filtration durch Schießbaumwolle
oder Asbest eingedampft und umkristallisiert
wird. Die schwarzroten, metallisch
glänzenden Kristalle lösen sich in Wasser mit
prächtig dunkelroter Farbe, Durch konzentrierte
Schwefelsäure und Salpetersäure werden sie unter
Abgabe von Sauerstoff, durch konzentrierte Salzsäure
unter Chlorentwicklung zersetzt. Wegen
seines starken Oxydationsvermögens findet das
Salz als Desinfektionsmittel in der Medizin Anwendung.
Außerdem dient es als Bleichmittel
in der chemischen Wäscherei, als 1 Holzbeize,
zur Darstellung von Sauerstoff und als wichtiges
Reagens in der chemischen Analyse,
Kaliumphosphat (Phosphorsaures Kalium,
lat. Kalium phosphoricum, frz. Phosphate de po