thumbs: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Bergarbeiter und dem Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter 
H.-D., Abt. Bergarbeiter, vom 1. d. Mts. teile ich ergebenst folgendes 
mit; 
Die Bereitstellung von Arbeitsschuhwert scheidet in kürzester Zen 
aus der Bewirtschaftung der Reichsbekleidungsstelle aus. Die Ange 
legenheit wird von einer neuen Schuhzentrale, die das Neichswi'rt- 
fchaftsnmt ins Leben ruft, erledigt. 
Was die Versorgung mit Kleidung anlangt, so ist die Reichsbe 
kleidungsstelle von jeher bemüht gewesen, den kriegswichtigen Industrie 
zweigen, in erster Linie eil so auch der Bergarbeiterbevölkerung, größere 
Mengen Berufskleidung zur Verfügung zu stellen. Die Betriebsun 
ternehmer erhalten nämlich gemäß Verfügung der Reichsbekleidungs 
stelle von; 27. März 1917 von der Reichsbekleiduugsftelle besondere 
Bezugsscheine auf Berufskleidung. Soweir es nicht möglich ist, aut 
Grund dieser Bezugsscheine Kleidung im freien Handel zu beschaffen, 
gibt die Reichsbekleidungsstelle aus ihren allerdings verhältnismäßig 
geringen Beständen Kleidung an die Betriebe ab. 
Gerade in den letzten Tagen ist eine weitere Aktion eingeleitet 
worden, die auf bessere Versorgung-der Arbeiterbevölkerung hinzielt. 
Es werden ans verschiedenen Quellen größere Mengen von Beklei 
dungsstücken beschafft, z. B. alte Uniformen von der Heeresverwaltung; 
auch sind Verhandlungen mit Konfektions- und Schneiderverbänden 
im Gange, um aus den Geschäften konfektionierte Kleidung herauszu 
ziehen, u. a. mehr. Tie somit zu erlangenden Bestände werden den 
Betrieben für ihre Arbeiter angeboten werden. 
Die Preise im freien Handel sind durch Einführung des „Bezngs- 
scheinverfahrens", durch das allzugrotzer Nachfrage vorgebeugt wurde, 
zweifellos niedriger gehalten worden, als dies ohne den Bezugsschein 
zwang möglich gewesen wäre. Wenn trotzdem in letzter Zeit die Preis 
gestaltung in steigender Richtung sich bewegt, so dürften hierfür die 
verschiedensten Umstände, z. B. Verteuerung der Rohmaterialien,, Stei 
gerung der Löhne und sonstiger Herstellungskosten den Anlaß gegeben 
haben. Leider besitzt die Neichsbekleidungsstelle keine Handhabe, dieser 
unerwünsckten Zeiterscheinung entgegenzutreten. Die Preise, die 
die Reichsbelleidungssielle für die nach obigen Ausführungen neuzu- 
kauienden Waren selbst zahlen mutz, sind erheblich höher als früher. 
Die ReichSbekleidungsstelle hat keine eigenen Mittel, die zur Verbilli 
gung der Waren dienen können; sie kann nur zu ihren Selbstkosten 
die «achen abgeben. Die taufenden Arbeierkreife werden — dies lieg: 
leider in den heutigen Verhältnissen — sich an die höheren Preise ge 
wöhnen und dabei bedenken müssen, daß sie durch diese bevorzugte Be 
lieferung durch die Rcichsbekeidungsstelle weit besser dastehen, als die- 
jenigen Bevölkerungskreise, die nur ans den örtlichen Bezugsschein 
angewiesen sind und keine Sonderzuweisung erhalten. 
(Unterschrift., 
An die Kriegsamtsstelle in Leipzig 
richteten die unterzeichneten Lrganisationsvertreter am 18. März 
1918 folgende Eingabe: 
Der Kriegsnnitsstelle Leipzig gestatten sich die ergebenst Un 
terzeichneten nachstehendes zn unterbreiten:
	        
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