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Obst- und Beereufrachte sowie deren Erzeugnisse.
Auslaugungserzeugnis der Fruchtpreßrückstände. Auch, werden die stark ge
wässerten Säfte auf den normalen Gehalt an Mineralstoffen und deren Alkalität eingestellt.
Die Zusammensetzung echter und verfälschter Fruchtsirupe erhellt aus
folgenden Zahlen:
Bezeichnung:
Anzahl der
Untersuchungen 1
Spez. Gewicht
■a
td
W
Gew.-°/ 0
Q
CD
Invertzucker
<13
03
O
oä
A
o
o
cö
CO
Gew.-°/ 0
U
03 —
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CD
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3
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co
Gew.-°/ 0
,03
o
m
'S
CD
a
S
Gew.-°/ 0
Alkalität
(=ccmN.-Säure
für 100 g)
ÖD
a rtr-'
ä ®«
CD ai CD-2
t-( <D .r-t td
S, |ä
73
0
Himbeer-Sirup ....
45
1,3227
66,26
22,39
42,25
1,82
0,698
0,261
2,49
— 19,8
Brdbeer-Sirup
7
1,3075
62,82
23,66
37,72
1,60
0,315
0,216
1,96
— 19,5
Johannisbeer-Sirup . . .
6
1,3274
65,57
30,16
31,45
—
1,055
0,284
2,27
Kirsch-Sirup
6
1,3387
68,95
—
—
—
0,401
0,267
2,34
— 19,7
Him-
Wasser u. Nach
presse . . .
20
1,2812
58,36
0,132
1,23
-19,7
beer-
Sirupe
desgl. u. Teer
farbstoff . .
20
1,2332
49,98
0,134
1,05
— 19,5
mit
desgl. u. Kirsch
saft ....
Stärkesirup . .
20
1,2658
55,46
0.138
1,39
- 20,4
20
1,3033
61,66
—
—
—
—
0,191
1,46
+ 39,6
Die Untersuchung wird wie folgt vorgenommen:
1. Wasser wie bei Ohstkraut S. 743.
2. Extrakt und Alkohol. 50 ccm Saft werden mit 100 ccm Wasser verdünnt,
und von dem Gemisch werden 100 ccm ahdestilliert. In dem Destillat wird wie
hei alkoholischen Getränken (vergl. S. 673 u. f.) der Alkoholgehalt bestimmt und aus
dem spezifischen Gewicht des auf 100 ccm aufgefüllten DestillationsrUckstandes der
Extraktgehalt des Saftes mit Hilfe der Zuckertabelle von K. Windisch (Tabelle XIX
am Schluß) oder der Extrakttabelle von Halling (Tabelle XTTT am Schluß) berechnet.
3. Optisches Verhalten mul Bestimmung des Gehaltes an Stärkesirup. Nach
Juckenack und Pasternack werden 10 ccm Saft mit Wasser zu 100 ccm ver
dünnt, mit einer kleinen Messerspitze gereinigter Tierkohle versetzt, filtriert und
im 200 mm- (bezw. 100 mm-) Rohr polarisiert. Andere 10 ccm Saft werden mit
etwa 70 ccm Wasser verdünnt, mit einer kleinen Messerspitze gereinigter Tierkohle
versetzt und nach Zugabe von 5 ccm konzentrierter Salzsäure (spezifisches Ge
wicht 1,19) fünf Minuten lang auf 68—70° erwärmt (Zoll-Inversionsvorschrift), dann
sofort abgekühlt, auf 100 ccm aufgefüllt, filtriert und im 200 mm-Rohr polarisiert.
Die erhaltene Drehung ist auf die spezifische Drehung (d. h. 100 g Extrakt in 100 ccm
im 100 mm-Rohr) umzurechnen und aus dieser ein etwaiger Gehalt von Stärkesirup
in folgender Weise zu berechnen:
Es sei das spezifische Gewicht des alkoholfreien Saftes = 1,3260 entsprechend
65,99 Gewichtsprozenten Zucker = 87,43 g Zucker in 100 ccm; die Polarisation
des Saftes (10 ccm Saft: 100 ccm im 200 mm-Rohr) betrage —|— 4,3 °/ 0 , also 10 ccm
Saft: 100 ccm im 100 mm-Rohr = +2,15°, mithin der reine Saft im 100 mm-Rohr
= + 21,5° und die spezifische Drehung des Extraktes = + 24,59 0 (d. h. 100 g
Extrakt zu 100 ccm gelöst im 100 mm-Rohr).
J ) Gesamtextrakt weniger Gesamtzucker (als Invertzucker berechnet).
2 ) Hierunter ist die Drehung von 100 g invertiertem Extrakt in 100 ccm Wasser im
100 xnm-Eohr zu verstehen.