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opfert werden müßten, sind so allgemein anerkannt, daß man darüber
kein Wort zu verlieren braucht. Aber auch die Vorteile der sich ans der
Währungsgleichheit ohne weiteres ergebenden Verkettung der einzelnen
nationalen Geldmärkte können nicht in Abrede gestellt werden. Diese
Verkettung der Geldmärkte bedeutet nichts als eine Versicherung auf
Gegenseitigkeit gegen allzngroße Zinsschwankungen. Wenn steigender
Ziilsfuß Geld aus dem Ausland herbeizieht, wenn sinkender Zinsfuß
Geld abfließen läßt, so ist die Wirkung nichts anderes als eine Aus
gleichung der Zinsveränderungen.
Die Verschiedenheit der wirtschaftliche!: Entwickelung der ein
zelnen Länder und besondere Umstände können es mit sich bringen,
daß hier ein Überfluß m: Geld besteht, während dort Geldknappheit
herrscht. Nehmen wir als Beispiel die gegenwärtigen Verhältnisse.
Wir haben in Deutschland seit drei Jahren einen ununterbrochenen
Aufschwung, der alle verfügbaren Mittel in Anspruch nimmt. Die
Zinssätze stehen bei uns hoch. England und Frankreich haben, um
ans unseren hohen Zinssätze!: Vorteil zu ziehen, dem deutsche!: Geld
markt große Summen, die sich auf Hunderte von Millionen Mk. be
laufen sollen, zur Verfügung gestellt. Beide Teile haben davon Vor
teil. Die starke ©ntfaítimg der deutschen Unternehmungen wäre
ohne die Unterstützung durch fremde Mittel nicht in dem Maße, in
welchem sie eingetreten ist, möglich gewesen, und die ausländischen
Geldgeber nehmen an den Früchten des deutschen Aufschwungs teil.
Der Streit, auf welcher Seite der größere Vorteil liegt, ist deshalb
illusorisch, weil die Entwickelung der Dilìge hin und wieder die
Rollen der einzelnen Länder vertauscht. Für beide Seiten besteht jedoch
der unbestreitbare Vorteil einer gewissen Ausgleichung der Zinssätze.
Die Aufhebung der internationalen Verkettung der Geldmärkte würde
bei steigender inländischer Geldnachfrage die Herbeiziehung von
Mitteln aus dem Ausland erschweren, bei sinkendem inländischen
Geldbedarf die Verwendung brach liegender: Geldes int Ausland
hemmen; sie würde also in dem einen Fall eine stärkere Erhöhung, im
andern Fall ei:: tieferes Sinken des Diskontes innerhalb der ein
zelne!: Länder mit Notwendigkeit herbeiführen.
Das Ergebnis dieser Untersuchung ist, daß die Prämienpolitik,
wie sie vor: der Bank von Frai:kreich praktiziert wird, einen merk-
baren Einfluß auf die Goldbilai:z Frankreichs nicht ausgeübt hat;
daß die Prämienpolitik überhaupt nur wirksam fein könnte auf Kosten
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