gar zu einem Wertgewinn ansschlagen kann; obwohl ferner die
Arbitrage ohne allzugroße Schwierigkeiten sich gegen die aus dem
Verschwinden der Prämie resultierenden Kursverluste wird decken
können. Immerhin bleibt soviel richtig, daß eine schwankende Valuta,
deren Bewegungen sich nicht voraussehen lassen, Geld- und Kapitalübertragungen
nach dein Ausland hemmt.
Aber diese Wahrheit hat ihre Gegenseite. Für Länder wie
Frankreich, die an Geld unb Kapital Überfluß haben, bedeutet eine
Erschwerung der internationalen Goldbewegung, soweit sie zur Ausgleichung
der nationalen Zinsfußunterschiede dient, etwas ganz
anderes, als für Länder, welche — wie z. B. gegenwärtig Deutschland
— für die volle Entfaltung ihrer Kräfte in großem Umfang
ans fremdes Geld und fremdes Kapital angewiesen sind. Wenn die
Valutaschwankungen, welche durch die Goldprämienpolitik veranlaßt
werden können und veranlaßt werden, in gewissem Umfang die vorübergehende
Anlage verfügbarer Geldmittel im Ausland hindern mögen,
so steht auf der andern Seite so viel unbedingt fest, daß solche
Valutaschwankungeil oder auch nur ihre bloße Möglichkeit die Anlage
fremden Geldes im Inland, welche im Interesse der heimischen Volkswirtschaft
erwünscht und notwerldig fein kann und welche stets in der
Richtung auf eine Verbilligung des heimischen Zinsfußes wirkt, in
erheblichem Maße erschweren lnuß. Sobald der Engländer befürchten
muß, an vorübergehenden Geldanlagen in Deutschland infolge einer
deiltschen Goldprämie Kursverluste zu erleiden, wird er sich hüten,
Geld nach Deutschland zu remittieren, wenn Deutschland auf die
Herbeiziehung fremder Mittel angewiesen ist. Voir diesen: Gesichtspuilkt
aus wäre also die Goldprämienpolitik ein zweischneidiges
Schwert, mit welchem sich gerade die weniger geld- uird kapitalreichen
aber in frischem Aufblühen begriffenen Länder tief ins eigene Fleisch
schneider: würder:.
Die Isolierung der nationalen Geldmärkte, welche nur um den
Preis einer schwaickenden Valuta rnöglich ist, kanr: also nicht eirunal
an sich als erstreber:swertes Ziel erscheinen. Das Beispiel Frankreichs
darf darüber rücht hirrwegtäuschen. Dieselben Verhältnisse,
welche in diesern besonderen Fall die Valutaschwai:kui:gen innerhalb
enger Grenzen halten, der gewaltige Reichtum Frankreichs und seine
überaus günstige Zahlungsbilanz, lassen auch die Schattenseiten der
Isolierung des Geldmarktes rücht hervortreter:. Dadurch wird jedoch
nichts bewiesen und nichts widerlegt. Die Vorteile der Währungsgleichheit,
welche durch eine Verallgemeineruirg der Prämienpolitik ge-