fullscreen: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Körner und Mehle der Getreidearten und Hiilsenfrüohte. 
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Zur quantitativen Bestimmung des Klebers werden nach den Ver 
einbarungen deutscher Nahrungsmittelchemiker 1 ) 23 g Mehl mit 13 ccm Wasser — 
am besten gesättigtem Gipswasser — in einer Porzellanschale mit Hilfe eines 
Spatels zu einem gleichmäßigen Teig verknetet. Man läßt diesen Teig mit einem Glase 
bedeckt 1 Stunde lang liegen und wäscht ihn frei oder in einem Beutel von feiner 
Müllergaze eingeschlagen unter dem dünnen Strahle der Wasserleitung so lange 
' ius j bis das Waschwasser klar, also frei von Stärke abläuft. Es empfiehlt sich, 
V ermeidung von Verlusten das ablaufende Wasser durch ein Sieb aus feiner 
1 ällergaze (No. 12) oder feinem Messinggewebe (vergl. S. 175) fließen zu lassen, 
?, m auf diesem etwa losgerissene Kleberteile schließlich zu sammeln. Der erhaltene 
eher wird in frischem Zustande gewogen, die äußeren Eigenschaften — Farbe, 
ennbarkeit — ohne Verzug festgestellt und in einem abgewogenen Teile die beim 
rocknen bei 105° verbleibende Trockensubstanz ermittelt. 
Die Bestimmung des Klebers ist mindestens zweimal auszufahren. 
Nach Boland werden 30 g Mehl mit 15 g Wasser zu einem Teig angerührt, 
x °r einige Zeit (1—3 Stunden) stehen gelassen und entweder in einem Leinentuch 
er auf einem Haarsieb durch einen Wasserstrahl unter fortwährendem Kneten 
‘ ■'gewaschen, der erhaltene Kleber frisch gewogen, alsdann (7 g davon) in dem 
- eurometer auf Dehnbarkeit bezw. Zähigkeit geprüft. Kunitz verwendet ent- 
Wed er ebenfalls 
ganzen Mehl. 
den ausgewaschenen Kleber oder direkt den Teig aus dem 
einf' /' ser mac ht einen Teig aus dem Mehl und prüft den Grad der Festigkeit 
1 c 1 durch Drücken mit dem Finger; je fester der Teig, desto besser ist das Mehl. 
t e jj Die internationale Jury für die Wiener Weltausstellung 2 ) gründete ihr Ur- 
hrai V Ermittelung der Menge Wasser, welche das Mehl zur Teigbildung ge- 
je mehr Wasser erforderlich ist, desto mehr Kleber enthält das Mehl. 
Und .7°^bin 8 ) behandelt 24 g Mehl mit 186,6 ccm verdünnter Essigsäure bei 93° 
der T r - 11 ^ aS s P ezi fi s che Gewicht der geklärten Lösung; je hoher das spezifische Gewicht 
Jsung ist, desto mehr Kleber soll vorhanden und desto besser soll das Mehl sein. 
fahic-L- - aC ^ Heinrich 4 ) besteht kein bestimmtes Verhältnis zwischen Back 
soll (1 V, llnd Hiebergehalt. Die Brauchbarkeit der Weizensorten für Backzwecke 
1 ■ rodukt der Multiplikation des Klebergehaltes mit der Volumvermehrung bilden. 
°bacht dlen ^ e und Mößlinger 5 ) konnten ebenfalls auf Grund mehrjähriger Be- 
Hleber«"^ 611 ^ e8ne regelmäßigen Beziehungen zwischen der Backfähigkeit und dem 
zur p rgehalt feststellen; dagegen glauben sie in folgendem Verfahren ein Mittel 
eststellung der Güte der Mehle gefunden zu haben; 
füg 0I1 7 g Hehl werden mit 100 ccm Wasser und zwar unter allmählichem Zu- 
Koiü en m 6iner Horzellansohale fein zerrieben, darauf in einen 250 ccm fassenden 
zuletzt P SpUlt ’ welcher 1%—2 Stunden in einem Wasserbade bei 60—70° und 
Harke , Urze ^ ei t bei 100 d erwärmt wird. Nach dem Erkalten wird bis zur 
Serech aU ^ c ^H, filtriert und im Filtrat wie üblich der Zucker (auf Maltose um- 
net ) ^stimmt; sie fanden so Maltose: 
Weizen 
Gutes Mehl 10—20% 
Schlechtes Mehl 40—60 „ 
10-15%. 
30-50 „ 
2 ) Vereinbarungen z. einheitl. Untersuchung usw., Berlin 1899, Heft II, S. 15. 
O'“ 
8 ) Dinglers Polytechn. Journal 147, 452. 
4 ) Zweiter Bericht der Versuchs-Station Los 0C U . L ,j a ngew. Chemie 1884, ^ <>■ 
6 ) Korrespondenzbl. d, freien Vereinigung bayer. \ 
Landwirtschaftliche 
agners Handbuch d. Technologie 8, 71. 
Stoffe, 3. Auflage. 
18
	        
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