VII. A6jhnitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
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€ (afien ih aber auch bier Nusnahmen in der Weite
denken, daß die Parteien troß fpezialifierter Angabe des
Berpflidtungsagrundes im Sinblic auf gewifie Umftände des
Sales einen abftrakften Shuldvertrag abfchlieBen wollten.
Beifpiel einer foldhen Urkunde: Ich habe von A mit‘ Vertrag vom
1. Sehruar 1904 zwei Ochfern für den Vreis von 800 ME. gekauft und
mich verpflichtet, Den Aaufpreis in zwei Raten am 1. Mat und 1. Augult
1904 zu je 400 Mi. dem A abzutragen. „IH erkenne hiemit an, daß
ich die erften 400 ME am 1. Mai 1904 zu zahlen habe,“ Hier wird
offenbar die leßtere Hervorhebung der erlten Schuldrate aus dem
Örunde erfolgt fein, um dem A die Möglichkeit zu geben, daz AUner-
fenntnis al8 ein abitrakteS fofort zu verwerten (oreen nicht etwa bes
jondere Anhaltspunkte im Einzelfalle diejer Annahme widerfireiten).
Baal. Alingmüller a. a. OD. S. 89 und 90 mit Anm. 1, Dernburg S. 197,
bon Tubhr a. a. DO. S.3 Anm. 1.
Hinfichtlih der Bemweislaft kommt hier aber in Betracht,
daß derjenige, der troß des auf einen Schuldarund hinweijenden Wort
laut3 der Urkunde ein abftraktes Schuldverlprechen behauptet, en
auch EEG ift, vgl. RGE. Recht 1908 Nr. 2322 und Brütt
a. a. 9. 6. ,
Wenn der Schuldner.gegenüber einem abitrakt lautenden Schuldz
verfprechen fih darauf beruft (mas an fih nicht unzuläffig it), daß
jener Urkunde nur die Matur eines Beweismittels für ein auf
einem beftimmten Schuldarunde berubendes RechtSverhältni3 zukfomme,
Yo trifft. ihn die Beweislaft, f. Seuff. Arch. Bo. 64 Nr. 129 Waffel).
. Dat der Schuldner im RechtSitreite den Nachweis erbracht,
daß Feine Jelbjtändige Verbindlichkeit begründet wurde, fo wird nunm-
nehr der Gläubiger feine Alage auf das urfprüngliche Schuldverhältnis
ftüßen müften, worin eine Rlageänderung für die Regel nicht zu
zrblicfen ift (vgl. ROR.-Komm. Bem. 3).
Sin jelbftändiges Schuldverfprechen kann au in der Weife erteilt
merden, daß der ih Berpflidhtende bekennt, ein Darlehen empfangen
u haben, das ihm in Wirklichkeit nicht gegeben worden ift und nicht
gegeben werden follte, um fidh fo zum Schuldner zu machen, wie es
durch den Empfang eines DarlehenZ im angegebenen Betrage ge-
idhehen würde. DaB ein Schuldbekenntnis über ein wirklich gewolltes
Darlehen in einem Joldhen Zalle ausgeftellt morden ift, muß beweifen,
wer fih darauf beruft. Bayr. Oberit. LG. n. F. Bd. 4 S. 774 ff.
Bal. aud unten Bem. 9.
Mus der Praxis vol. über Unter hHeidungsfälle noch NOS.
echt 1906 S, 858, Btfchr. f. Elj.-Lothr. 1906 S. 349, ROGES. SHur.
Wichr. 1906 S. 463, 709, 742, Kammerger. Recht 1907 S. 1065, NOS.
Zur. Wichr. 1908 S, 33, Necht 1908 Yer. 2322, 1909 Nr. 665, NGE,
DD. 48 S. 229, Bd. 58 S. 200, Bd. 61 S. 319, Bd. 62 S, 38, Bd. 67
S, 262, Nipr. d. DLG®. Bd. 4 S. 50, Bd. 6 S. 454, Bd. 8°S. 41
und 75, Bb. 9 S. 8, Kahrb. d. m. Bd. 22 A S. 307,
Sn A S, 278, Bad. Kiyr. 1908 S. 53, Warneyer Erg.-Bd. 1910
Y. 151.
3. Ueber die Frage, ob ein abitraktes Schhuldverfpredhen auch den Teil eines
faufalen RNecht8gefhäfts bilden Kfönne, f. Borbem. II, c.
4. Die Frage, ob und inwieweit in einem Schuldverfprecdhen eine Nobation liegt
oder ob auch auf das frühere Schuldverhältnis zurücdgegriffen werden fönne, das Schnld=
ver[predhen johin nur afzejforifcdhen Charakter hat, it in VBorbem. VII näher behandelt.
N Bu beachten bleibt, daß für Inhalt und Umfang der Verpflichtung des
Schuldners aus dem Schuldverfprechen nur das maßgebend fein kann, was die Parteien
im Schuldveriprechen ee haben (weitergehbend Bland in Bem. 3, c und f. ferner
Nümelin a. a. DO. S. 219 ff.)
5. Neber das Verhältnis des abftrakten Schuldverfpredhen8 zur allgemeinen
Bertragsfreiheit |. VBorbem. IV.
6. Ueber die Frage, ob auf die (00. fumulative Souldüberunhme S 780 anzu-
wenden fei, vol. Bem. 4, a zu S$ 766, Sojef in D. Sur 3. 1903 S. 422, Birkenbibl, Recht
1903 S. 286, Sallbach dafelbit S. 335, David ebenda S. 356, Silbermann in Bl. f. KA.
Bd. 68 S, 365 und Bd. 70 S. 157, Martinius in GOruchot, Beitr. Bd. 49 S. 181 ff.,
Kipr. d. OLG. (Celle) Bd. 4 S. 53ff.,. Bd. 14 S. 21, Wefterkamp, Bürafhaft und
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