Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

152 
OESTERREICH. — Finanzen (Staatsschuld). 
Directe Steuern 
V* der Grundsteuer etwa . 
‘/s - Hauszinssteuer. . 
V* - Gebäudesteuer. . 
Vs - Erwerb Steuer . . 
% - Einkommensteuer 
Zinsensteuer .... 
S’2 Mill. 
1’4 - 
1’2 - 
1'5 - 
l’T - 
:f5 - 
Zus. directe Auflagen fl. 17,5 Mill. 
Indirecte Steuern 
fl. S’2 Mill. 15®/a zur Verzehrungssteuer fl. S’ Mill. 
Ausdehnung derselben auf 
das flache Land ... - 4’ 
Preiserhöhung des Salzes . - ö’ 
15” o zu den Taxgebühren - 5’T - 
25 resp. 40% zum Stempel - 2’5 - 
Zus. indirecte Aufl. fl. 24’2Mill. 
Total etwa fl. 41’T‘Mí1T 
Sämmtliche Steuerbeischläge wurden im Frieden forterhoben. Das 
Budget für 1802 verdoppelte die Einkommensteuer und das contributo 
arti e commercio im Venetianischen, erhöhte die Couponssteuer von 5 
auf 7 Proc., und vergrösserte die Abgaben vom Stempel, Runkelrüben 
zucker und verschiedenen Gebühren. — Diese Steuererhöhungen sind 
sämmtlich bis jetzt beibehalten. *) 
Staatsschuld. Nach dem officiellen »Ausweis über den Stand der 
gesammten österr. Staatsschuld mit Ende April 1804« betrug derselbe 
(alle Beträge auf jetzige Währung reducirt) ; 
I. Allgemeine Staatsschuld : 
a) Consolidirte, ältere, in AViener Währung 
- Conv.-Münze . 
neuere, - Conv.-Münze . 
- österr. Währung 
b) Schwebende, in österr. Währung . . 
c) Capital von Entschädigungsrenten etc. 
. . 40’718,3T0fl. 
. . S’325,()30 - 
. . 1,G47’545,430 - 
. . 037’‘)99,G05 - 
. . 158’S()0,172- 
. . 15’(i42,iH5 - 
Zusammen 2,50y’09(i,l07 fl. 
II. Schuld des Lombardisch-Venetianischen Königreichs : 
a) Consolidirte in Conv.-M. 34*747,142, m österr. AV. 
30*202,820; — b) Schwebende *'18,218 = .... 05*828,180 - 
III. Grundentlastungsschuld 521*548,808 - 
Totalbetrag der Schuld 3,090*473,245fl. 
Zur Schuldgeschicbte. Bei Beendigung des siebenjährigen Krieges, 
1703, belastete Oesterreich eine auf 1 50 Alillionen geschätzte Schuld, 
welche 1781 auf 283 Mill, angewachsen war, und beim Beginne der 
franz. Revolution 1789 die Ziffer von 3 19 Mill, erreichte. \"on jetzt an 
erfolgte Vermehrung im colossais ten Umfange. Schon 1790 stieg der 
Schuldbetrag auf fast 372 Mill , 1793 auf 125, 1795 auf 490. Im näch 
sten Jahre sind 504, 1799 033, 1802 080 AI ill. aufgezeichnet, dann 
1810 727, 1811 812 Mill. An diese Anhäufung der consolidirten Schuld 
schloss sich eine Reihe der ungewöhnlichsten Finanzmassregeln : Staats- 
bankerut und das noch ausserordentlichere Mittel des Zwanges zur »Ar- 
rosirung« ; erst setzte man einseitig die Zinsen der Schuld auf die Hälfte 
herab, sodann nöthigte man die Gläubiger zu weitern Darlehen, in 
dem sie beim Unterlassen der Nachzahlung die frühere Forderung ganz 
verloren ! — Aehnlich, wie mit den eigentlichen Schuldscheinen, erging 
*) Der Bedarf der Stadt AVien, 1852 erst 2*720,823 fl. betragend, war 1 soi 
bereits auf 7*012,858 angewachsen. Die Einkünfte hatten in gleichem Masse 
erhöht werden müssen; sie werden in den beiden genannten Jahren mit 3*291 ,S45 
und 7,248,227 aufgeführt. (Im J. 18(i2 ward die AVohnungsmiethezu 20*590,202 fl. 
berechnet, wovon 7*740,222 fl. an Staats- und Communalsteuem zu entrichten 
seien.) Das unmittelbare A'ermögen der Stadt ward übrigens zu 40*870,515, der 
Schuldenstand nur zu 4*024,031 fl. berechnet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.