Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Kupferschmiede,  sowie  Musikanten  im  Heere  verwendet.  Brot  und
Kleidung  besorgten  die  Frauen.  Die  Hauswirtschaft  der  von  den
gewerbefleißigen  und  Handelsuatiönen  der  Babylonier,  Griechen,
Aegypter  und  Phönizier  umgebenen  Römer  war  auf  demselben
Stadium  einer  nicht  mehr  ganz  isolierten  Wirtschaft,  wie  wir  sie
heute  bei  Gebirgsvölkern  finden,  welche,  umflutet  von  einem  unternehmungsreichen ­
  Strom  des  gewerblichen  Lebens,  ihren  ganzen
kleinen  Haus-  und  Lebensbedarf  durch  eigene  Arbeit  decken  und
zur  Zeit  des  Winters,  der  die  Pfade  unwegbar  macht,  höchstens  mit
den  Nachbarn  tauschen.  Ein  deutliches  Bild  dieser  Wirtschaftsstufe ­
  im  engeren  Rahmen  liefert  uns  das  kleine  Völklein  der  Goralen
in  den  Beskiden,  welches  seine  Leinwand,  seine  sonstige  Bekleidung
und  Beschuhung,  den  Fichtenspan  zur  Beleuchtung  selbst  verfertigt,
Heide,  Flachs,  Kraut  und  Erdäpfel  selbst  baut,  Schafe  züchtet,
Käse  und  Wolle  selbst  bereitet.
Trotz  dieser  Eingenommenheit  gegen  alles  geschäftliche  Leben
trugen  aber  die  Römer  den  öffentlichen  Bedürfnissen  in  hohem
Grade  Rechnung;  davon  zeugen  die  Wasserleitungen  und  Bäder
und  das  große  Netz  der  Kunststraßen.  Und  wiewohl  von  einem
Aktivhandel  der  italischen  Halbinsel  damals  noch  kaum  die  Rede
sein  konnte,  so  wurde  dagegen  der  Passivhandel  ziemlich  schwunghaft ­
  betrieben:  Metall  waren  mit  wahrscheinlich  babylonischem  Fabrikszeichen ­
  (dem  geflügelten  Löwen  auf  Goldplatten)  wurden  aus
Osten  importiert,  Thonwareu,  Glas-  und  Bernsteiuarbeiten  kamen  aus
Griechenland  und  Schmucksachen  aus  Aegypten.  Im  Lande  selbst
wurde  nur  wenig  erzeugt,  das  Wenige  jedoch  überdies  zum  kleinsten
Teile  von  freien  Handwerkern;  der  Besitz  von  Sklaven  erleichterte
die  häusliche  Produktion.
Das  Christentum  brach  im  Vereine  mit  der  aus  Norden  daherflutenden ­
  Welle  der  freien  germanischen  Arbeitskraft  die  Sklaverei.
Und  doch  war  das  wirtschaftliche  Bild  des  germanischen
Lebens  um  die  Zeit  des  Sturzes  des  weströmischen  Reiches  durch
die  Ostgoten  in  seinen  Grundzügen  nicht  viel  verschieden  von  der
römischen  Wirtschaftsthätigkeit:  hier  wie  dort  finden  wir  den  Typus
der  Dreifelderwirtschaft  und  große  Sorgfalt  dem  Ackerbau  gewidmet.
Viel  früher  schon  (310  vor  Christo)  erzählt  Pytheas  aus  Massilia  von
Dreschtennen  an  der  Ostsee,  und  Tacitus  beschreibt  später  des  Längeren ­
  den  germanischen  Ackerbau.  Die  meisten  Dinge  waren  Frauenarbeit ­
  :  Brot,  Bier,  Essig,  Seife  u.  dgl.  Mit  Ausnahme  des  urdeutschen
Handwerkes  der  Waffenschmiede,  deren  einzelne  Erzeugnisse,  wie
            
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