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III. Buch. Die Vertheilung der Güter.
Herrn besorgt machen. Es kommt eben sehr viel auf die Person der einzelnen
Herren und auf die Art ihrer Beziehungen zu ihren Unfreien an i.
Im ganzen hat jedoch die persönliche Unfreiheit auch in dieser Hin
sicht, d. h. in betreff der Förderung des Nationalwohlstandes, sehr nach
theilige Folgen.
Achtes Kapitel.
Die genossenschaftliche Form der Socialordnung.
Da, wo diese Form der socialwirtschaftlichen Organisation die herrschende
ist, besteht eine große Anzahl von Genossenschaften, obligatorischen wie facul-
tativen und auch solchen mit erblicher Mitgliedschaft, gleichviel, ob sie nur
Leute der ärmern Volksklaffen oder ausschließlich solche der höhern oder endlich
Mitglieder beider Schichten umfaffen, ob sie die Erzeligung, den Austausch
oder die Vertheilung von Sachgütern zum Zwecke haben.
Mit den vielen genossenschaftlichen Bildungen der uncivilisirten Völker
schaften haben wir uns hier ebensowenig zu befaffen wie mit jenen vorwiegend
religiöser, politischer, geselliger und anderer Natur.
Zum Wesen einer Genossenschaft gehört es, daß sie verschiedene, an und
für sich voneinander unabhängige Personen umfaßt, welche sich zur Erreichung
eines bestimmten Zweckes oder einer ganzen Reihe von Zwecken vereinigen.
Sie ist also wesentlich verschieden von der Familie, welche sich als eine un
mittelbar auf der natürlichen Ordnung beruhende und die durch nahe ver
wandtschaftliche Bande verbundenen Menschen in sich begreifende Gemeinschaft
darstellt.
1 Es ist ganz irrthümlich, anzunehmen, daß die Sklaverei eine bis auf die Ur
zeiten des Menschengeschlechtes zurückzudatirende Institution sei und daß sich die Hörig
keit und die Freiheit allmählich aus ihr entwickelt haben. Das ist durchaus nicht immer
der Fall gewesen. So traten z. B. in Lacedämon und in Thessalien an Stelle der
ursprünglichen Hörigkeit die schlimmsten Formen der Sklaverei. In Rußland ñ"'Ñ
der Leibeigenschaft keine Sklaverei voran, und die erstere batirte im allgemeinen erf
aus dem 16. Jahrhundert, worauf sie sich im 18. Jahrhundert unter Peter d. Ģr.
noch härter gestaltete. Und wer wüßte nicht, daß in Deutschland im 15. Jahrhundn
zahlreiche freie Bauern leibeigen wurden, daß sich diese Erscheinung nach dem Bauern
krieg vom Jahre 1525 wiederholte und daß auch die Lage des hörigen Landvolkes > ^
15. und 16. Jahrhundert und noch lange danach vielfach eine schlechtere war als >
frühern Zeiten?