Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Delegirtenversammlung namhaft zu machen, an welcher der 
parlamentarische Anstand verletzt worden ist. Wohl wurde 
der eine oder der andere Redner durch besonders lebhafte Rufe 
ausgezeichnet, aber auch in deu kritischsten Fällen wurde kein 
Redner — und mochte er einen noch so mißliebigen Stand 
punkt vertreten — unterbrochen, eine disziplinäre Leistung, 
welcher nicht alle Parlamente sich rühmen können, auch wenn 
sie viel höher als dieses Stickerparlament stehen. Selbst jener 
Redner, dem die undankbare Aufgabe zufiel, an der 1888er 
Delegirtenversammlung den Protest der 90 Firmen gegen die 
Klassifikation zu vertheidigen, wurde mit imponircnder Ruhe 
angehört. 
Diese Eigenschaften haben auch mit dazu beigetragen, daß 
der Verband, nachdem er einmal die gesammten Interessenten 
an sich gefesselt hatte, sie auch zu behalten vermochte, worüber 
folgende Zusammenstellung Ausschluß gibt: 
Im Verband 
Ende 1885 
„ 1886 
„ 1887 
„ 1888 
„ 1889 
1890 
Maschinen 
20,554 
20,859 
21,307 
21,847 
21,748 
21,950**) 
Besitzer 
10,321 
11,050 
11.915 
12.915 
13,299 
13,340 
Außer Verband 
Maschinen Besitzer 
489 
518 
518 
198 
260 
160 
367 
325 
325 
115 
202*) 
170 
Die Geschichte des Verbandes zeigt, daß er weit liber 
die Grenzlinien hinausgedrängt wurde, die er sich anfänglich 
gcftedt Wte, Mi er bic betreten er fid) 
Anfangs ausdrücklich weigerte. Wohl ertönten hin und wieder 
Klagen über eine heillose Reglcmentirerei, über unnütze Vexa- 
tionen und bureaukratische Manieren. Als dann aber die Rufer 
nach mehrerer Einfachheit die Versammlung der Kaufmann- 
*) 98 Mitglieder mit 103 Maschinen waren damals ausgeschlossen, 
u. A. auch eilte ganze vorarlbergische Sektion. 
**) Wovon 17,318 für Stapel und 38O6 für Spezialitäten.
	        
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