Wein, ■
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a) Ist n gleich Null oder negativ, so ist sämtliche Weinsteinsäure in der Form
von Weinstein in dem Weine vorhanden; dann sind enthalten;
x = 1,2633 o Gramm Weinstein in 100 ccm Wein.
ß) lat n positiv, so sind enthalten:
x = 4,7J20 e) Q ramm Weinstein j n iqO com Wein.“
d
d) Bestimmung der an alkalische Erden gebundenen Weinsteinsäure. „Die Menge
der an alkalische Erden gebundenen Weinsteinsäure wird aus den bei der Bestimmung der
freien Weinsteinsäure und des Weinsteins unter No. 14 h und c gefundenen Zahlen berechnet.
Haben b, d und e dieselbe Bedeutung wie dort, und ist;
a) n gleich Null oder negativ gefunden worden, so ist an alkalische Erden
gebundene Weinsteinsäure in dem Weine nicht enthalten;
ß) n positiv gefunden worden, so sind enthalten:
3,75 (e — b)
X — d
Gramm an alkalische Erden gebundene Weinsteinsäure in 100 ccm Wein;
y) n positiv gefunden worden und freie Weinsäure nicht vorhanden, so sind;
x = c —
3,76 (20 — e)
d
Gramm
an alkalische Erden gebundene Weinsteinsäure in 100 ccm Wein enthalten.“
15. Bestimmung der Schwefelsäure in Weißweinen. „Das unter No. 5 für Rot-
weine angegebene Verfahren zur Bestimmung der Schwefelsäure gilt auch für Weißweine.“
16. Bestimmung der schwefligen Säure. „Zur Bestimmung der schwefligen Säure
bedient man sich folgender Vorrichtung; Ein Destillierkolben von 400 ccm Inhalt wird
mit einem zweimal durchbohrten Stopfen verschlossen, durch welchen zwei Glasrühren in
das' Innere des Kolbens führen. Die erste Ilöhre reicht bis auf den Boden des Kolbens,
die zweite nur bis in den Hals. Die letztere Röhre führt zu einem Liebigschen Kühler;
an diesen schließt sich luftdicht mittels durchbohrten Stopfens eine kugelig aufgeblasene
U-Röhre (sog. Peligotsche Röhre).
Man leitet durch das bis auf den Boden des Kolbens führende Bohr Kohlensäure,
bis alle Luft aus dem Apparate verdrängt ist, bringt dann in die Peligotsche Röhre
50 ccm Jodlösung (erhalten durch Auflösen von 6 g reinem Jod und 7,5 g Jodkalium in
Wasser zu 1 1), lüftet den Stopfen des Destillierkolbens und läßt 100 ccm Wein aus einer
Pipette in den Kolben fließen, ohne das Einströmen der Kohlensäure zu unterbrechen.
Nachdem noch 5 g sirupdioke Phosphorsäure zugegeben sind, erhitzt man den Wein vor
sichtig und destilliert ihn unter stetigem Durchleiten von Kohlensäure zur Hälfte ab.
Man bringt nunmehr die Jodlösung, die noch braun gefärbt sein muß, in ein Becher
glas, spült die Peligotsche Röhre gut mit Wasser aus, setzt etwas Salzsäure zu, erhitzt
das Ganze kurze Zeit und fällt die durch Oxydation der schwefligen Säure entstandene
Schwefelsäure mit Chlorbaryum. Der Niederschlag von Baryumsulfat wird genau in der
unter No. 5 vorgeschriebenen Weise weiter behandelt.
Berechnung. Wurden a Gramm Baryumsulfat gewogen, so sind:
x = 0,2748 a Gramm schweflige Säure (S0 2 ) in 100 ccm Wein.
Anmerkung 1. Der Gesamtgehalt der Weine an schwefliger Säure kann auch
nach dem folgenden Verfahren bestimmt werden: Man bringt in ein Kölbchen von un
gefähr 200 ccm Inhalt 25 ccm Kalilauge, die etwa 56 g Kaliumhydrat im Liter enthält,
und läßt 50 ccm Wein so zu der Lauge fließen, daß die Pipettenspitze während des
Auslaufens in die Kalilauge taucht. Nach mehrmaligem vorsichtigem Umschweuken läßt
man die Mischung 15 Minuten stehen. Hierauf fügt man zu der alkalischen Flüssigkeit
10 ccm verdünnte Schwefelsäure (erhalten durch Mischen von 1 Teil Schwefelsäure mit
3 Teilen Wasser) und einige Kubikzentimeter Stärkelösung und titriert die Flüssigkeit
mit 1 / 60 Normal-Jodlösung; man läßt die Jodlösung hierbei rasch, aber vorsichtig so lange
zutropfen, bis die blaue Farbe der Jodstärke nach vier- bis fünfmaligem Umschwenken
noch kurze Zeit anhält.