80
würde, bann müßte, da das Gleichgewicht zwischen Aktiven nnd
Passiven dnrch die Kapitalvermehrung nicht alteriert werden kann,
die Vermindernng der täglich fälligen Verbindlichkeiten znzüglich der
Vermehrung des Barbestandes und der Anlage dem Betrag der
Kapitalerhöhnng entsprechen.
Eine Vermindernng der täglich fälligen Verbindlichkeiten und
eine Vermehrung des Barbestandes würden in ihrer Wirkung eine
Verminderung der nicht bar gedeckten Verbindlichkeiten ergeben lind
dadurch zweifellos eine Kräftigung der Reichsbank herbeiführen.
Eine Vermehrung der Anlage würde den täglichen Rückfluß von
Barmitteln aus den fällig werdenden Forderungen erhöhen und da
durch gleichfalls die Stellung der Reichsbank verbessern.
Voraussichtlich würde eine Kombination dieser beiden günstigen
Wirkungen eintreten, und zwar müßte, in je geringerem Maße sich
die eine zeigt, in desto höherem Grade die andere hervortreten, da
ja nach den obigen Ausführnngen die Verminderung der un
gedeckten Verbindlichkeiten nnd die Steigerung der Anlage zusammen
dem Betrag der Kapitalerhöhung entsprechen werden.
Auf der Annahme, daß die Kapitalerhöhnng nicht eine wesent
liche Vermehrnng der Anlage zur Folge haben werde, beruht der
Einwand: es werde in geschäftsstillen Zeiten ein großer Teil der
Mittel der Bank brach liegen müssen, dadurch würden die Reinerträge
der Bank eine Schmälerung erfahren, und eventuell könnte sich die
Bank, um überhaupt ihre Mittel zinsbringend anzulegen, zum An
kauf von Effekten genötigt sehen.
Das ist in der That eine der möglichen Wirkungen der Kapital-
vermehrnng. Aber diese Wirkung, welche in geschäftsstillen Zeiten
für die Bank, ihre Aktionäre und bett ant Reingewinn beteiligten
Neichsfiskus unangenehm sein mag, hat ihr Gegenstück darin, daß
der Bank in Zeiten lebhaften Geschäftsganges und starken Geld
bedarfs größere Mittel zur Verfügung stehen, daß sie infolge dessen
die an sie herantretenden großen Altsprüche befriedigeit sann, ohne daß
ihr Status dabei sich in dem Maße verschlechtert, wie es beispiels
weise am Eitde des drittelt Quartals dieses Jahres der Fall war.
Wenn man diesen Vorteil gegen den Nachteil eines zeitweilig geringeren
Reingewinns abwägt, so sann doch wohl fattiti ein Zweifel darüber
bestehen, daß die größere Leistungsfähigkeit der Bank in den Zeiten,
in welchen die größten Anforderungen an sie gestellt werden, durch
eine Verringerung des Reingewinns in geschäftsstillen Perioden nicht
ztl teuer erkauft ist. Da die Neichsbank kein Jnstittrt ist, bei dem