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wirklich als Waise aufgenommene Knabe erhält zunächst eine halbe, und
erst später nach den Umständen und seinem Verhalten eine ganze Frei
stelle. Das auf dem Pädagogium zu zahlende Schulgeld beträgt 36
Thlr. jährlich; dabei finden jedoch Ermäßigungen auf ş, j, ', ÿ und
gänzliche Befreiungen statt. Im Jahre 1854 waren bei 234 Schülern
ganz frei 55, die volle Zahlung leisteten 58. Die ganze Einnahme
vom Schulgelde betrug 4186 und mit Einschluß verschiedener kleinern
Abgaben 4856 Thlr. Der volle Pensionssatz für junge Leute, welche
in das Pädagogium aufgenommen werden wollen, beträgt 136 Thlr.
Waisen-Pforte zu Kottbus.
Nach dem Muster der Frankeschen Stiftungen in Halle zur Aufnahme,
Verpflegung, christlichen ErziehnNg und zum Schul-Unterricht von arnien
schulpflichtigen Waisen und ihnen gleich zu achtenden verlasiemn Kin
dern aus der preußischen Ober- und Niederlausitz und dem Kottbuser
Kreise eingerichtet; bei erheblichen Unglücksfällcn werden auch Kinder
aus andern preußischen Provinzen aufgenommen. Die Kinder werden
in dazu geeigneten, christlich gesinnten Familien, mit Vater und Mutter
an der Spitze, welche einen innern Beruf zur Waisen-Erziehung haben,
zugleich mit deren eigenen Kindern christlich verpflegt, erzogen und in
einer eigener Waisen-Schnle unterrichtet, und wohnen in einem oder
zwei besonderen Häusern. 1846 begründet und am 15. Oktober 1847
eröffnet, besaß das Institut (zur Zeit noch Privat-Anstalt des Dia
konus Dr. Berger) 1859 ein Grundstück von 10 Morgen mit Wohn
haus, Schule und Garten und hatte bis dahin 76 Kinder aufgenom
men. Die Kommunal-Landstânde zahlen dem Institut jährlich 160
Thlr., wofür dasselbe 5 Kinder ans der Obcrlausitz aufnimmt.
Waisen-Nettung-hauS zu Rokitten.
1832 durch einen Verein gegründet, welcher die Rechte öffentlicher
Korporationen besitzt und den Zweck verfolgt, arme verlassene Kinder des
Großherzogthums Posen zu nützlichen Gliedern des Staats zu erziehen
und dieselben durch eine thätige sorgfältige Beaufsichtigung'bis in das
20ste Jahr von Abwegen entfernt zu halten. Die Mitglieder haben
ein Kapital aufgebracht und zinstragend sichergestellt; dasselbe darf nicht
angegriffen werden. In« Jähre 1861 betrug das Vermögen der An
stalt 6600 Thlr. in Grundstücken und 600 Thlr. in Legaten; Kinder
befanden sich 41 im Hanse. Präses der Direktion v. G crsd or ff auf
Se»-Porwerk. ' -, ,,, , > •,
\ I ,, WaisemŞtift zu Elbing.
Eine zur Aufnahme ev. Mädchen bestimmte Anstalt mit 23 Kindern.
Waisen- und Pflege-Anstalt zu Meseritz.
Sie nimmt verwaisete Kinder und.alte arbeitsunfähige Personen aus
und hat 210 Thlr. jährliche Einnahme. Verwaltet durch eine Depu-
tation des Magistrats. chuo M
Waisen- und ŞàbAnstalt (Pro-Gviiinasiuin) zu Bnnzlan.
In der Mitte des vorigen Jahrhunderts von dem Maurermeister Gott-