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Mitwirkung der preußischen Regierung aus dem durch die Wirren des
Jahres 1848 in Zahlungsschwierigkeiten geratenen alten Bankhanse
Abraham Schaaffhausen hervorgegangen ist. Anfangs sehr solide geleitet,
widmete sich der A. Schaaffhausensche Bankverein später in hohem Maße
dem Gründungsgeschäft. Die herben Verluste, die er hierbei erlitten hatte,
holte er später wieder ein durch seine Beteiligung an der Internationalen
Bohrgesellschaft, die ihm mehrere Jahre reiche Erträge gebracht hat.
Durch Generalversammlungsbeschluß vom 10. Dezember 1908 war die Bank
vom 1. Januar 1904 ab für die Dauer von 30 Jahren in I n t c r c s s en
ge m e i n s ch a f t m i t der Dresdner Bank getreten: Die Geschäfte
beider Institute iverden bei voller Aufrechterhaltung ihrer Selbständigkeit ge
meinschaftlich geführt; die erzielten Reingewinne werden zusammengeworfen
und nach Verhältnis des jeweiligen Aktienkapitals und der bilanzmäßigen
Reservefonds verteilt.
Mit dem I.Januar 1909 hatte der Jntcressengcmcinschaflsvertrag aber bereits
sein Ende erreicht. Die Banken veröffentlichten folgende Entschließung: „Die
bisherige Form der Jnleressengemeinschaft und die mit der Gewinn-Povlung
für jedes der beiden Institute verbundene Beschränkung der freien Bewegung
hat mannigfache Unzuträglichkeitcn mit sich gebracht, während die beiden Ver
waltungen aus der Erfahrung der verflossenen Jahre die Überzeugung ge
wonnen habe», daß die erstrebten Vorteile der Interessengemeinschaft sich auch
ohne eine solche Beschränkung erreichen lasse». Durch die anderweit getroffenen
Vereinbarungen ist für die Fortdauer der intimen geschäftlichen Beziehungen und
der gegenseitigen Vertretung in den beiden Anfsichtsrätcn Vorsorge getroffen."
Im April 1914 vereinbarte die Diskonto-Gesellschaft mit dem
A. Schaaffhausenschen Bankverein eine Verschmelzung in der Weise, daß sie den
Bankverein in sich aufnahm und eine neue Bank, mit dem Sitz in Köln, unter
der Firma A. Schaaffhausenscher Bankverein, Akticn-Gescllschaft, mit 100 Mil
lionen M Aktienkapital und 10 Millionen M Reserven gründete.
1851 wurde von David Hansemann, dem preußischen Finanz-
minister des Jahres 1848 — von ihm stammt auch das Wort: „In
Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf" —, die Diskonto-Gesell
schaft in Berlin als „Kreditgesellschaft" begründet. Kleine Geschäfts
leute und Handwerker erhielten Diskontkredit in Höhe ihres Geschäfts
anteiles, von dem aber nur 10"/g eingezahlt zu sein brauchten. 1856 wurde
sie unter der Firma „D i r e k t i o n d e r D i s k o n t o - G e s e l l s ch a s t"
in die jetzige Form einer Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt.
Ihr Geschäftskreis erweiterte sich schnell. Sie pflegte vor allem das in-
und ausländische Rentengeschäft.