Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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Vas  Geld  als  Hilfsmittel  des  Tausches

kein  Papiergeld,  sondern  nur  Goldgeld,  dann  wären
allerdings  die  Argumente  der  Bimetallisten  über  die
Zu  kurze  Golddecke  berechtigt,  und  unter  diesen  Umständen ­
  hätten  auch  die  sonst  tiefsinnigen  und  richtigen
Ñrgumente  Flürscheims  und  anderer  in  bezug  auf
Warengeld  volle  Berechtigung.  Diese  Gegner  unseres
heutigen  Geldsystems  übersehen  aber,  daß  das,  was
sie  mit  allen  Argumenten  herbeizuführen  wünschen,  bereits ­
  vorhanden  ist,  und  daß  wir  das  von  ihnen  erhoffte ­
  Warengeld  heute  schon  haben.  Da  mögen  noch
einige  Modifikationen  erwünscht  sein,  im  Prinzip  ist
es  vorhanden.
wenn  das  Gold  wirklich,  wie  seine  Feinde  behaupten, ­
  durch  die  Tatsache,  daß  man  es  zur  Prägung
von  Münzen  und  als  Umlaufmittel  benutzt,  einen  Ausnahmewert ­
  vor  allen  anderen  Substanzen  erhält,  so
war  das  früher  der  Fall,  als  man  noch  kein  Papiergeld ­
  hatte,-  mit  seiner  Lntmonetisierung  wurde  es  zur
Ware  wie  jede  andere,  nur  daß  sie  in  kostbareren
Uankgewälben  liegt,  anstatt  auf  ordinären  Speichern.
Daß  der  Stempel  das  „Geld"  macht,  und  nicht  die
Substanz,  auf  die  er  gesetzt  ist,  beweist  auch  unsere
Scheidemünze,  bei  der  es  gänzlich  überflüssig  ist,  daß
man  sich  zu  ihrer  Herstellung  des  Silbers,  also  eines
Edelmetalls,  bedient.
Wenn  man  auf  ein  Stück  Metall,  das  nur  3  Mark
wert  ist,  den  Stempel  von  5  Mark  setzt,  so  wie  es
heute  geschieht,  so  ist  es  vollständig  unerfindlich,  weshalb ­
  man  nicht  ein  Stück  Metall  nimmt,  das  nur
20  pfg.  kostet,  vorausgesetzt,  es  entspricht  den  Bedingungen, ­
  die  man  sonst  an  eine  Münze  stellt,  nämlich
geringer  Abnutzung,  Reinlichkeit  usw.
Unser  Silbergeld  ist  ein  Anachronismus  sonder-
            
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