Full text : Das Lebenswerk von Karl Marx

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Die  beiden  großen  Gebiete,  in  die  die  Wissenschaft  zerfällt,  sind
die  Naturforschung  und  die  Menschenforschung,  oder  wie  man  auch
unterscheiden  könnte:  die  Körper-  und  die  Seelenforschung,  denn
natürlich  handelt  es  sich  bei  der  Menschenforschung  um  jene  Wissenschaften, ­
  die  die  menschliche  Seele  zum  Objekte  haben  (während  der
menschliche  Körper  ja  Gegenstand  der  Naturforschung  ist).  Diese
Unterscheidung  (die  sich  im  wesentlichen  wohl  mit  der  althergebrachten
in  Natur-  und  Geisteswissenschaften  deckt)  scheint  mir  deshalb  die
richtige  Einteilung  zu  geben,  weil  sie  die  wesentlichen  Verschiedenheiten ­
  des  menschlichen  Denkens  zu  klarer  Gegenüberstellung  bringt.
Daß  diese  Wesensverschiedenheit  nicht  in  der  Verschiedenheit
des  Erkenntniszweckes  oder  des  Artcharakters  der  Erkenntnisse  begründet ­
  liegt,  wissen  wir.  Sorgfältige  Untersuchungen  haben  uns
in  letzter  Zeit  wieder  einmal  darüber  belehrt,  daß  wir  grundsätzlich
zwei  verschiedene  Ziele  unserm  Erkennen  stecken:  die  Erkenntnis  einer
Einzigheit  imi)  die  Erkenntnis  einer  Allgemeinheit  und  der  ihr  unterworfenen ­
  Einzelfülle.  Ob  man  jene  Erkenntnis  als  historische,  diese
als  naturwissenschaftliche  bezeichnen  will,  ist  eine  untergeordnete  Frage
rein  terminologischen  Inhalts.  Die  Hauptsache  ist,  zu  wissen:  daß
beide  Arten  wissenschaftlicher  Erkenntnis  auf  jedem  Gebiete  menschlichen ­
  Denkens  erstrebt  und  geschätzt  werden.
Auch  die  Naturtvissenschaft  sucht  nach  „historischer"  Erkenntnis
(Geschichte  der  Erde,  der  Tierwelt  auf  ihr  usw.,  was  natürlich  ebenso
einzige  Prozesse  sind,  wie  die  Geschichte  der  Menschheit)  und  auch
die  Menschenwissenschaft  wertet  das  „naturwissenschaftliche"  Erkennen
(Lehre  vom  Markte,  vom  Gelde  usw.).
Wesensunterschiede  der  beiden  Gebiete  des  menschlichen  Denkens
ergeben  sich  aber  aus  der  Verschiedenheit  des  Stoffes.  Sei  es  des-
            
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