Object : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

59  “

winden,  die  sich  in  Hamburg  einzig  im  Dienste  der  Hapag  finden,
haben  eine  Leistungsfähigkeit  pro  Spillkopf  von  25—30  Tonnen
Kohlen  in  der  Stunde.
Damit  ist  die  Umschlagsmöglichkeit  von  der  Eisenbahn  ins
Seeschiff  im  Hamburger  Hafen  erschöpft,  wenn  man  von  der  nur
seltenen  Verwendung  der  im  folgenden  dargestellten  Kipper  für
den  direkten  Umschlag  von  der  Eisenbahn  ins  Seeschiff  absieht.
Für  den  Umschlag  Eisenbahn-Flußschiff  sind  die  sogenannten
Kohlenkipper  im  Gebrauch,  von  denen  es  bisher  zwei  Exemplare
gibt,  die  sich  ebenfalls  im  Dienste  der  Hapag  befinden.  Diese
Kipper  sind  Eisenkonstruktionen  mit  eingebauter  Plattform,  auf
welche  der  Eisenbahnwagen  rollt.  Der  Wagen  wird  an  den
Achsen  mit  Haken  befestigt,  die  Plattform  hebt  sich  bis  zur  Höhe
einer  Schüttrinne,  die  sich  mit  ca.  45 0  Neigung  zum  Schiff  senkt.
Die  Plattform  wird  sodann  an  dem  der  Schüttrinne  entgegengesetzten ­
  Ende  elektrisch  gehoben,  und  die  Kohlenladung  stürzt
aus  dem  Waggon  mit  großem  Gepolter  ins  Schiff  hinunter,  wobei
die  Kohle  zerstückelt  wird.  Die  Kipper  sind  vielerorts  im  Gebrauch. ­
  Die  Hamburger  Kohlenkipper,  die  beide  von  H.  A.  L.
gepachtet  sind,  kosten  je  40000  Mk.,  wozu  noch  die  Fundamente
mit  je  8000  Mk.  Gesamtkosten  kommen.  Sie  leisten  10—12
Wagen  ä  15  Tonnen  pro  Stunde.  Die  eigentlichen  Betriebskosten
pro  Fünfzehn-Tonnen-Wagen  belaufen  sich  für  den  Staat  auf
2  Mk.,  wobei  Verzinsung  und  Amortisation  nicht  eingerechnet  sind.
In  Emden  haben  die  Schiffe  für  die  Überladung  mit  Kippern
pro  Tonne  20  Pfg.  zu  zahlen,  in  Rotterdam  21  Pfg.  In  Hamburg,
wo  kein  Tarif  besteht,  weil  einzig  die  Hapag  als  Pächterin  in
Frage  kommt,  dürften  die  Gesamtkosten  des  Betriebes,  also  der
eigentliche  Betrieb  und  die  an  den  Staat  zu  zahlende  Pacht  insgesamt ­
  etwa  auch  20  bis  21  Pfg.  pro  Tonne  betragen.  Im
Ruhrorter  Hafen  sind  elektrische  Kipper  im  Betrieb,  die
stündlich  42  Wagen  ä  10  Tonnen  kippen.  Die  Kosten  der
dortigen  Anlagen  stellen  sich  pro  Kipper  auf  rund  300000  Mk.;
der  Preis  der  Überladung  pro  Tonne  ist  hier  nur  9  Pfg.  Die
Anlagekosten  in  Cosel  beliefen  sich  auf  138000  Mk.,  doch
bringen  es  die  dortigen  Kippvorrichtungen  nur  auf  eine  Leistung
von  8  Wagen  a  15  Tonnen  stündlich.  Die  Betriebskosten  stellen
sich  ohne  Zinsen  und  Amortisation  auf  ca.  20  Pfg.  pro  Tonne,
waren  also  verhältnismäßig  hoch 1 ).
b  Im  wesentlichen  persönliche  Angaben  des  Herrn  H.  Holst  von  der  maschinentechnischen ­
  Abteilung  des  Strom-  und  Hafenbauamtes  zu  Hamburg.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.