Object: Arbeiterschaft und Kolonialpolitik

lich die.höchste Zeit, daß die Internationale die Sicherungen 
schafft, die derartiges für alle Zukunft unmöglich machen! 
Natürlich wird von den weißen Ausbeutern nicht zugegeben, 
daß dieses Gesetz die Eingeborenen von dem Bergbau aus- 
schließen will, In dem Gutachten der Kommission für Wirt- 
schaft und Löhne heißt es: „Im Bergbau ist es die Regel, daß 
der farbige Mann arbeitet und der Weiße anordnet. Der Me- 
chaniker hat seine Kaffern an der Hand, die das Material und 
die gröberen Werkzeuge handhaben.“ Dazu sagt Olivier, daß 
die Kaffern genügend geschulte Arbeiter seien, um die Arbeit 
zu leisten, die man nach diesem System den Weißen vorbehält. 
Ihre Löhne werden so niedrig gehalten mit Rücksicht auf die 
Grundbesitzer, die die Mehrzahl der Wähler ausmachen. Ähn- 
lich wie in der Arbeitsverteilung werden sie behandelt bei der 
Verteilung des Bodens. Auf 1520000 Europäer kommen 
4700000 Eingeborene und 580000 Farbige; aber den Europäern 
gehören 85% des kulturfähigen Bodens, 
Auch auf diesem Gebiet wird es den Eingeborenen und Far- 
bigen wenig nützen, auf die Einsicht und die Hilfe der kulti- 
vierten weißen Rasse zu warten. Schöne Worte helfen ihnen 
wenig, und mit denen wird nicht gespart. In dem Bericht der 
Wirtschaftskommission heißt es (zitiert nach Olivier): 
„Die staatliche Lohnregelung sollte zuerst in den Beschäf- 
tigungszweigen. mit den niedrigsten Lohnsätzen eingeführt 
werden ;.. Eine solche Politik hätte als erste Wirkung, daß die 
Spannung zwischen den Lohnsätzen für gelernte Arbeiter im 
allgemeinen verringert und der Niedergang jener europäischen 
Arbeiter gemildert würde, die bei den jetzigen Lohnsätzen für 
gelernte Arbeiter keine Beschäftigung finden können. Die größte 
Hoffnung der ärmeren weißen Arbeiter liegt in der Einführung 
eines Normallohnes für ungelernte Arbeiter, der eine Reorgani- 
sation der Industrie auf der Basis der vollsten Ausnutzung der 
Arbeitskraft anregen könnte ... Entweder muß die wirtschaft- 
liche Lage der Eingeborenen gehoben werden, oder der un- 
gelernte Weiße muß auf den Lebensstandard der Eingeborenen 
heruntersteigen. Der Preis, den Südafrika für seine Ein- 
geborenenarbeiterpolitik zahlt, ist die Existenz einer Menge 
‚armer Weißer‘, die keine Beschäftigung finden können,“ 
Diese Einsicht nützt weder den eingeborenen noch den 
weißen Arbeitern. Wohl haben die letzteren durch Streiks ver- 
schiedentlich Lohnerhöhungen erreicht, aber wie sich diese bei 
dem System der Farbenschranke auswirken müssen, sieht ja 
selbst die Kommission ein. Trotzdem werden die Streiks der 
Eingeborenen in den Goldgebieten‘ stets mit Waffengewalt 
niedergeworfen. Den weißen Arbeitern droht außerdem noch 
die Konkurrenz der Hindukulis, von denen heute 150 000 in den
	        
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