Full text: Grundzüge der Sozialpolitik

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II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik. 
verdienst der einzelnen Versicherten, soweit dieser 5M. — vor dem Ge 
setz vom 25. Mai 1903: 4 M. — nicht übersteigt, 
3. Bemessung des Krankengeldes auf mehr als 50 %, bis zu 3 /i 
des durchschnittlichen Tagelohnes, 
4. Ausdehnung der Unterstützungsfrist auf mehr als 26 Wochen 
bis zu 1 Jahre, 
5. Gewährung eines Krankengeldes bis zu 50 % des durchschnitt 
lichen Tagelohnes zugunsten der Angehörigen eines im Krankenhause 
untergebrachten Versicherten, sofern deren Unterhalt bisher aus dem 
Verdienste des Versicherten bestritten wurde (Ges. v. 25. Mai 1903), 
6. Gewährung eines Krankengeldes bis zu 25 °/o —vor dem Ges. 
v. 25. Mai 1903: 12 1 /2°/o — des durchschnittlichen Tagelohnes an solche 
im Krankenhause untergebrachte Versicherte, die den Unterhalt von 
Angehörigen nicht aus ihrem Lohn bestritten haben, 
7. freie Gewährung der Hebeammendienste und ärztlichen Behand 
lung wegen Schwangerschaftsbeschwerden und Gewährung einer Unter 
stützung in Höhe der Wochenbettunterstützung bis auf die Dauer von 
6 Wochen wegen der durch die Schwangerschaft verursachten Er 
werbsunfähigkeit an schwangere Versicherte, die der Kasse mindestens 
6 Monate angehören (Ges. v. 25. Mai 1903), 
8. Erhöhung des Sterbegeldes bis auf den 40 fachen Betrag des 
durchschnittlichen Tagelohnes, 
9. Festsetzung eines Mindestbetrages von 50 M. für das Sterbe 
geld (Ges. v. 25. Mai 1903), 
10. Gewährung der Schwangerschaftsunterstützung an nicht ver 
sicherungspflichtige Ehefrauen von Kassenmitgliedern (Ges.v.25.Mail903), 
11. Gewährung des Sterbegeldes an Versicherte aus Anlaß des 
Todes der nicht versicherungspflichtigen Ehefrau bis zu 2 /3 und eines 
nicht versicherungspflichtigen Kindes bis zu V 2 des für das Kassen 
mitglied festgestellten Betrages, 
12. Gewährung einer Rekonvaleszentenfürsoi'ge — namentlich auch 
Unterbringung in einer Rekonvaleszentenanstalt — für die Dauer eines 
Jahres nach Beendigung der Krankenunterstützung an Kassenmitglieder. 
Weitere Unterstützungen, namentlich auch Invaliden-, Witwen- 
und Waisenunterstützungen, sind den Orts-, Betriebs-, Bau- und In 
nungskrankenkassen nicht gestattet, eine Beschränkung, die ebenso 
wie die bezeichneten Obergrenzen auf Knappschaftskassen nicht aus 
gedehnt ist. 
Die gesetzlichen Mindestleistungen der österreichischen und der 
ungarischen Krankenversicherung umfassen zunächst freie ärztliche Be 
handlung einschließlich des geburtshilflichen Beistandes, die notwen 
digen Heilmittel und therapeutischen Behelfe und ferner, falls die 
Krankheit länger als 3 Tage dauert und Erwerbsunfähigkeit nach sich
	        
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