Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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3.  Die  Arbeiterverhältnisse.
In  der  Konservenindustrie  haben  wir  zu  unterscheiden  zwischen
Fabrikarbeitern  als  solchen,  die  in  den  Fabriken  selbst  beschäftigt
werden  und  Heimarbeitern,  die  mit  Heimarbeit  nach  Akkordlohn  für
die  Fabrik  tätig  sind.
Die  Gesamtzahl  der  in  der  Konservenindustrie  beschäftigten
Arbeiter  hat  sich  seit  den  letzten  20  Jahren  entsprechend  der  größeren
Anzahl  der  Betriebe  und  der  gesteigerten  Produktion  außerordentlich
vermehrt.  Es  läßt  sich  das  natürlich  nicht  in  den  einzelnen  Betrieben
und  verschiedenen  Teilen  Deutschlands  verfolgen.  Daher  wollen  wir
wieder  Braunschweig  als  Beispiel  anführen.
Arbeiter  und  Arbeiterinnen  in  der  Braunschweiger
Konservenindustrie.

Jahr

Arbeiter

Arbeiterinnen

1874

ca.  100

ca.  500

1886

„  200

„  1400

1898

5 10

»  54oo

1905

„  800

„  7000.

Die  obengenannte  Zahl  der  Arbeiter  wird  nur  während  der
Kampagne  in  den  Monaten  Mai  bis  Oktober  beschäftigt.  Während
der  übrigen  Zeit  des  Jahres  ist  die  Zahl  der  Arbeiter  und  besonders
der  Arbeiterinnen  ganz  bedeutend  geringer;  sie  beträgt  kaum  den
zehnten  Teil  der  in  der  Saison  beschäftigten  Arbeitskräfte.  Wie  erwähnt, ­
  füllen  die  Fabriken  diese  stillere  Zeit  hauptsächlich  mit  dem
Versand  der  im  Sommer  hergestellten  Ware  aus,  daneben  mit  dem
Einmachen  von  Fleischwaren,  Pilzen,  Wintergemüse  und  auch  teilweise ­
  mit  der  Herstellung  von  Blechdosen,  so  daß  viele  Fabriken  im
Winter  in  Blechwarenfabriken  umgewandelt  erscheinen.  So  erklärt
es  sich,  daß,  während  im  Winter  die  Zahl  der  weiblichen  Arbeiter
auf  etwa  den  zwölften  Teil  herabsinkt,  die  Zahl  der  männlichen  Arbeiter, ­
  die  zum  großen  Teil  gelernte  Klempner  sind,  sich  nur  um  die
Hälfte  verringert.  Während  die  kleinsten  Betriebe  im  Winter  sogar
ohne  Hilfskräfte  auskommen,  stellen  größere  2—3,  mittlere  10—20,
die  größten  Betriebe  sogar  40—50  Arbeiter  während  dieser  Zeit  ein.
In  der  Saison  dagegen  beschäftigen  die  Fabriken  im  Durchschnitt
145  Arbeiter,  die  kleinsten  10—20;  mittlere  Betriebe  zirka  20—100,
die  größeren  100—500.  Die  größte  Braunschweiger  Fabrik  verfügt
über  ein  Arbeiterpersonal  von  zirka  800  Personen.  Die  42  Fabriken
des  Heerzogtums  Braunschweig  verteilen  sich  auf  6  nach  der  Zahl
der  angestellten  Arbeiter  unterschiedene  Größengruppen  wie  folgt:
            
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