Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Prüfung  der  Futtermittel  auf  ihre  Neigung  zu  Scliimmelbildung  oder  Fäulnis.  253

Beibehaltung  der  Reinheit  und  Konzentration  der  Zinksulfatlösung  mit  Schwierigkeiten ­
  verbunden  ist,  so  bestimmt  man  den  Sand-  und  Ton-  (Erde-)  Gehalt  am
sichersten  in  der  Weise,  daß  man  5  oder  10  g  des  Futtermittels  einäschert,  die
Asche  in  verdünnter  Salzsäure  löst,  die  Lösung  filtriert,  auswäscht,  den  Rückstand
vom  Filter  in  eine  Schale  spült,  zur  Entfernung  der  ausgeschiedenen  Kieselsäure
mit  Sodalösung  unter  Zusatz  von  etwas  Natriumhydroxyd  kocht,  die  Lösung  durch
dasselbe  Filter  filtriert,  den  Rückstand  auswäscht,  einäschert  und  als  Sand  +  Ton  wägt.
Nach  dem  Beschlüsse  der  landw.  Versuchs-Stationen  i.  D.  R. 1 )  soll  in  den
•  ahresberichten  die  Beobachtung  über  den  Sandgehalt  der  Futtermittel
a  bellarisch  zusammen  gestellt  werden  und  zwar  nach  folgender  Anordnung:
^and  unter  1  <>/ 0 ,  1—1,5  o/ 0 ,  1,5—2,0  °/ 0 ,  2—3  %,  3  °/ 0  bis  Höchstgehalt.
Nicht  selten  kommt  in  den  Futtermitteln,  besonders  in  den  englischen  Graupena
  allen  auch  eine  erhebliche  Menge  kohlensaurer  Kalk  —  herrührend  von  Mörtel
. or  Mauerputz  als  Zusammenfegsel  bezw.  bei  den  Graupenabfällen  angeblich  von
ei neru  Zusatze  von  kohlensaurem  Kalk  bei  der  Herstellung  der  Graupen  —  vor;
rf lne  Menge  läßt  sich  aus  einer  Bestimmung  der  Kohlensäure  in  dem  natürlichen
termittel  (nach  S.  15)  berechnen  oder  aus  einer  Bestimmung  des  Kalkes  in  der
,,  C  le  schließen,  wobei  in  letzterem  Falle  die  mittlere  Menge  des  in  dem  betreffenden
termittel  enthaltenen  Kalkes  abgezogen  werden  muß.
IX  p
•  Prüfung  der  Futtermittel  auf  ihre  Neigung  zu  Schimmelbildung  oder
Fäulnis  von  A.  Emmerling.' 2 )
t  1  den  Kulturversuchen  dienen  Erlenmeyer-Kölbchen  von  etwa  50  ccm
rp,  >  welche,  mit  Baumwolle  verschlossen,  durch  mehrstündiges  Erhitzen  im
Un , ermostate n  auf  etwa  150°  sterilisiert  sind.  In  diese  Kölbchen  füllt  man  die  zu
jv./^henden  Stoffe  mittels  ausgeglühter  Gerätschaften:  bei  pulverförmigen  Stoffen
Qlk  G ^gestellt  aus  Draht  und  Kupferblech,  bei  Ölkuchen  sog.  Löffelbohrer.  Von
Bach  > 1611  S -f ,ann *  man  6211  Stück  in  den  Schraubstock  und  bohrt  eine  frische  Bruchan>
  80  daß  das  sich  bildende  Pulver  unmittelbar  in  das  untergehaltene
Schaf/ 1  m  6 7 er 'Kölbchen  fällt.  Es  wird  dann  eine  zur  Herstellung  breiartiger  Be-•
 Wur d e Cnae2 * ;  genügende  Menge  Wasser,  welche  vorher  durch  Kochen  sterilisiert
Aull  ’  zu S ese f z k  Die  Baumwollverschlüsse  werden  in  üblicher  Weise  an  ihrer
etwa^^o 6  an ^ e ^ rannt -  Man  füllt  etwa  6  Kölbchen,  von  denen  4  im  Brutofen  auf
Von'  i  °  Spalten,  2  bei  Zimmertemperatur  hingestellt  werden.  Man  untersucht
2imm  611  War:m  gehaltenen  Pröbchen  2  nach  1  Tag,  2  nach  2  Tagen,  die  bei
ertemperatur  stehenden  erst  nach  3  Tagen.
Schijj  ^  u  W * r< ^  ^ er  Geruch,  die  Reaktion  des  Breis,  die  etwaige  Anwesenheit  von
hezeieß 16 /  nöti genfalls  die  Art  des  Schimmels  festgestellt.  Die  als  „Fäulnis“  zu
Gerne),  ° naei1  Erscheinungen  geben  sich  äußerlich  durch  die  Reaktion,  durch  den
Ammo 1 ’-  /^ urc ^  schleimige,  häutige  Beschaffenheit  (Zooglöen),  oft  auch  durch
Solche  p  '  0l ^ er  Heringsgeruch  beim  Zusatz  von  etwas  Natronlauge  zu  erkennen,
die  Ftiy]  f°  .  enthalten  dann  oft  nur  wenig  Schimmel.  In  vielen  Fällen  ringt
durchwa'!/.  ^  ^ er  Schimmelbildung  und  man  sieht  dann  die  Zooglöen  von  Schimmel
Von  P p i  Sen '  Her  Befund  bei  Zimmertemperatur  ist  praktisch  und  insofern
fütteruim U< | Un ^’  a ^ S  es  V2e lf ac b  üblich  ist,  Futterstoffe  längere  Zeit  vor  der  Veröden ­
  Schi  a  S  ^ re: *  anzll rühren.  Liegt  eine  ausgesprochene  Neigung  zur  raschen  Fäulnis
—— mm elbildung  vor,  so  ist  ein  solches  Verfahren  bei  der  Fütterung  zu  vermeiden.
)  Landw.  Versuchs-Stationen  1904,  ÖO,  216.

2 )  Nach

einer  PrivaPMitteilung.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.