Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

zwischen  den  Lücken  einen  rotbraunen  Farbstoff.  Beim  Mazerieren  löst  sich  die
Epidermis  leicht  von  dem  darunter  liegenden,  von  zahlreichen  Spiralen  durchzogenen,
gelben  Schwammparenchym  (Fig.  107  2,  S.  342)  ab.  Den  Abschluß  der  Schale  nach
innen  bildet  ein  farbloses,  hyalines  Häutchen  (Fig.  107  3,  S.  342).
2.  Das  Parenchym  der  Keim!appen  zeichnet  sich  durch  seinen  Gehalt  an
runden,  der  Getreidestärke  ähnlichen  Stärkekörnern  aus,  die  5—15  /.i  groß  sind  und
mit  Jodlösung  Blaufärbung  zeigen.  Sonst  bieten  dieselben  nichts  Auffälliges.
3.  Die  Hülsen  der  Erdnußkerne  (Fig.  108  u.  109,  S.  343).  Selbst  bei  sorgfältiger ­
  Eeinigung  der  Erdnüsse  gelangen  einzelne  Teile  der  Hülse  mit  in  die  Preßrückstände;
  das  Vorkommen  von  Hülsenteilchen  in  größerer  Menge  zeigt  immer  eine
geringe  Beschaffenheit  der  Erdnußkuohen  bezw.  -mehle  an.  In  der  Flächenansicht  sieht
man  die  farblose  Epidermis  als  aus  dünnwandigen,  5-  bis  6-seitigen  Zellen  zusammengesetzt ­
  (Fig.  109  No.  1);  darunter  treten  deutlich  die  porös  bis  netzförmig  verdickten
Zellen  (Fig.  109  2,  2'  und  3)  hervor.  Die  Zellen  der  darunter  liegenden  Hornhaut  treten
erst  nach  anhaltendem  Kochen  mit  Alkalilauge  deutlich  hervor;  sie  erscheinen  alsdann
als  ein  dichtes  Gefüge  von  Skiereiden  und  Tracheiden  (Fig.  109  No.  3  und  4);  sie
führen  einen  braungelben  Farbstoff  und  sind  oft  ästig  verzweigt.  Die  Skiereiden  treten
durchweg  in  der  Lage  auf,  wie  sie  aus  Fig.  108,  S.  343  nach  Benecke  erhellt.
Eine  große  Ähnlichkeit  mit  dieser  Hornhaut  hat  auch  die  Pergamenthülle  der
Kaffeefrucht.
Bniimwollesamen,  Gossypium  herbaceum  L.
Mit  den  Entfettungsrückständen  der  Erdnuß  nehmen  die  des  Baumwollesamens
jetzt  den  ersten  Platz  als  Kraftfuttermittel  ein.  Als  Ausfuhrländer  der  entfetteten
Baumwollesamenrückstände  kommen  für  uns  vorwiegend  Nordamerika  in  Betracht,
in  geringerem  Grade  Mexiko,  Brasilien,  einige  afrikanische  Küstenländer,  Ägypten,
die  Levante  und  Ostindien.  Die  Beschaffenheit  der  Rückstände  hängt  weniger  von
der  Natur  der  verwendeten  Samen  als  der  Art  der  Verarbeitung  ab.  Zwar  sind
manche  Samen,  die  ungefähr  2 / 3  des  Gewichtes  der  nicht  entkernten  Baumwollekapsel ­
  ausmachen  (Ägypten),  nicht  mehr  so  fest  und  stark  von  Resten  der  Baumwolle ­
  eingehüllt  und  liefern  faserfreiere  Rückstände,  aber  bei  sorgfältigem  Reinigen
der  faserreichen  Samen  lassen  sich  aus  diesen  ebenso  faserfreie  Rückstände  erhalten.
Nur  selten  werden  die  faserfreien  Samen  entölt  und  als  schalenhaltige  Preßkuchen
vertrieben;  meistens  wird  die  anhängende  Wolle  mit  der  Schale  entfernt  und  der
gereinigte  Samen  nach  dem  Entölen  als  Baumwollesaatmehl  in  den  Handel  gebracht.
Der  eigentlichen  Reinigung  des  Samens  geht  wie  bei  allen  Ölsamen  eine  Vorreinigung
von  Steinchen,  Nägeln,  Samenkapseln,  Wollflocken  usw.  durch  Trommelsiebe  von
verschiedener  Maschenweite,  bezw.  durch  eine  dem  Exhaustor  ähnliche  Maschine
voraus;  darauf  folgt  das  Entwollen,  d.  h,  die  Entfernung  der  Wolle  von  den  Samen
mittels  einer  mit  geripptem  Leder  überzogenen  Walze  (Eollergin),  auf  welche  sich
beim  Drehen  die  Wollfäden  festlegen,  während  die  Kerne  durch  zwei  messerartige
Schienen  entfernt  werden.  Dem  Samen  haften  aber  nach  Verlassen  des  Rollergin
noch  Grundwolle  und  Wollteilchen  an,  von  welchen  er  durch  eine  weitere  besonders
eingerichtete  Walze,  die  Zylindersäge  (Unter),  gereinigt  wird.  Erst  dann  werden
durch  die  Schälmaschine  (hui  ler)  die  Samen  entschält  —  die  Entschalung  kann  durch
Dämpfen  oder  Kochen  der  Samen  unterstützt  werden  —,  die  Schalen  durch  Siebe
und  Trieure  entfernt,  der  schalenfreie  Samen  zerquetscht  und  schließlich  nach  dem
Erwärmen  durch  Pressen  entölt  —  die  Entölung  auf  chemischem  Wege  ist  selten  —■
Bei  wiederholter  oder  zu  starker  Erwärmung  nimmt  das  Baumwollesaatmehl
leicht  ein  dunkelgefärbtes  Aussehen  an.
            
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