Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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bürg  25  Rotgerber  und  13  Weißgerber;  von  letzteren  sind  4  in  Aschaffenburg, ­
  8  in  Lohr,  1  in  Rothenfels;  von
Rotgerbern  *)  Weißgerbern
werden  bezeichnet  als
gut  mittelmäßig  schlecht  gut  mittelmäßig  schlecht
17  4  3  4  4  5
Auch  darin  zeigt  sich  einerseits  die  Lage  der  Weißgerberei,  andererseits
die  Überlegenheit  der  Rotgerber.
In  Unterfranken  und  Aschaffenburg  finden  sich  2 ):
Rotgerber  Weiß  gerb  er
1824—1825  302  78
1829—1830  320  79
In  beiden  Fällen  ist  hier  eine  kleine  Zunahme  zu  verzeichnen,
welche  wahrscheinlich  auf  Konto  der  Gesellen  zu  setzen  ist,  welche  bei
ihren  Meistern  keine  genügende  Beschäftigung  finden  und  nun  sich  gezwungen ­
  sehen,  die  Selbständigkeit  zu  versuchen.  Die  Rotgerber  gehören
in  dieser  Tabelle  noch  zu  den  Gewerben,  deren  Fabrikate  für  den  Handel
bestimmt  sind  und  darin  Absatz  finden  können.  1861  gehören  die  Gerber
zu  den  Handwerkern,  welche  vorherschend  für  den  örtlichen  Bedarf  beschäftigt ­
  sind^).
In  Württemberg  finden  sich  1852  1140  Rotgerbereien  mit  1898
Arbeitern;  daneben  existieren  242  Weißgerber  mit  76  Gehilfen  Z.
In  Breslau  bestanden  1790  noch  86  zünftige  Lohgerbermeister,
1825  war  ihre  Zahl  gesunken  auf  7,  und  als  1850  die  Lohgerber
und  Weißgerber  stark  zurückgegangen  waren,  wurden  die  beiden  Innungen
verschmolzen  ^).
Und  damit  sind  wir  überhaupt  zum  Ende  der  Weißgerberei
gekommen,  welche  wir  bisher  als  selbständiges  Gewerbe  kennen  gelernt
hatten.  Wir  haben  gesehen,  daß  die  Sämischgerberei  das  Hauptbrot,
der  Hauptverdienst  vieler  Weißgerber  gewesen  ist,  und  daher  hing  von
ihrer  Entwicklung  die  materielle  Lage  der  Weißgerber  ab  °);  so  lange  die
Sämischgerberei  blüht,  blühte  auch  verhältnismäßig  die  Weißgerberei,  obwohl ­
  sie  den  Gewinn  oft  mit  den  Beutlern,  Nestlern  und  Handschuhmachern
hatten  teilen  müssen;  als  aber  dann  die  Sämischen  Hosen  verschwanden,
als  das  Weißleder  für  Schuhfutter  ebenso  wie  die  sämischen  Hosen
durch  die  billigen  Baumwollstoffe  verdrängt  wurden  '),  ging  das  Gewerbe
zurück,  die  Lohgerber  ihrerseits  hatten  stark  unter  der  Schnellgerberei
und  der  Entwicklung  der  Fabriken  gelitten^),  ihre  Zahl  sank  schon  seit
dem  18.  Jahrhundert  ebenfalls  stark,  und  daher  bringt  das  19.  Jahr-0
  Würzburg  1808.  2 )  Würzburg  1824—1830.  3  4  * )  Hermann  1861.
4 )  Kotelmann  1852,  S.  243.  s )  Borgius  1895,  S.  5.
°)  Vgl.  S.  123  ff.,  240  ff.,  269.  ')  Vgl.  S.  126  ff.  8 )  Vgl.  S.  125  und  §  28.
            
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