Full text : Das Zolltarifgesetz der Vereinigten Staaten von 1913

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Ohne  Frage  trugen  die  industriellen  Verhältnisse  jener  Zeit
zu  der  Niederlage  der  Republikaner  bei.  Der  Krise  von  1907
folgte  eine  Depression,  die  auch  anhielt,  nachdem  das  Tarifgesetz
von  1909  durchgegangen  war.  Während  der  Hochkonjunktur  und
der  Blütezeit,  die  dem  Tarifgesetz  von  1897  folgte,  bezeichneten
die  Republikaner  ihre  Partei  prahlerisch  als  segenbringend  und
schrieben  das  Gedeihen  des  Landes  der  wunderwirkenden  Schutzpolitik ­
  zu.  Vernünftige,  volkswirtschaftlich  gebildete  Leute  ließen
sich  von  dem  leeren  Gerede  nicht  betören.  Aber  die  Volksnieinung
  wurde  beeinflußt.  Deshalb  war  es  auch  unvermeidlich,
daß,  als  der  Zusammenbruch  und  die  Depression  eintraten,  man
nun  gleichfalls  die  Republikaner  dafür  verantwortlich  machte,  da
sie  sich  ja  auch  alle  vorhergehenden  günstigen  Ereignisse  zugeschrieben ­
  hatten.
Wie  immer  in  schlechten  Zeiten,  so  machte  man  auch  hier
die  Republikaner  mit  ihrer  Zollpolitik  verantwortlich  für  die  erhöhten ­
  Lebensmittelpreise,  wenn  man  auch  vom  Standpunkt  der
volkswirtschaftlichen  Theorien  manche  Einschränkungen  machen
mußte.  Die  Preissteigerung  während  der  ersten  Jahre  des  neuen
Jahrhunderts  war  allgemein.  Nach  Ansicht  der  meisten  Volkswirtschaftler ­
  war  die  Ursache  vornehmlich  auf  den  ungeheuren ­
  Umsatz  und  die  Lieferung  von  Gold  zurückzuführen.  Ohne
Zweifel  hielt  der  Zolltarif  die  Preise  einiger  Waren  in  den  Vereinigten ­
  Staaten  höher  als  in  anderen  Ländern;  aber  dies  war
auch  bei  früheren  Zolltarifen  —  1890  und  1897  —  der  Fall  und  es
es  ist  daher  nicht  erwiesen,  daß  der  Tarif  allein  die  Ursache  der
ständigen  Steigerung  aller  Preise  in  diesen  Jahren  gewesen  ist.
Die  Preissteigerung,  die  am  meisten  Diskussion  und  Bitterkeit
hervorrief,  bezog  sich  auf  die  Lebensmittelbranche,  besonders  auf
Drotgetreide  und  Fleisch;  hieran  dachte  das  Publikum  vor  allen
Dingen,  wenn  es  über  die  wachsenden  Kosten  des  Lebensunterhaltes ­
  beunruhigt  war.  Aber  genau  so,  wie  die  Republikaner  das
Gedeihen  im  Lande  ihrem  Schutztarif  zugeschrieben  hatten,  in  derselben ­
  oberflächlichen  Weise  schoben  die  Demokraten  diesem
Darif  die  Schuld  nicht  allein  für  die  Depression,  sondern  auch  für
c hc  erhöhten  Lebensmittelpreise  zu.  Lange  Jahre  war  das  Glück
'•ier  Schutzzollpartei  günstig  gewesen.  Nach  1907  wendete  es
sich  von  ihr  ab,  und  es  war  nur  natürlich,  wenn  nicht  unaus-  j
            
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