Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respondek,

Am  Ende  des  Jahres  1915  besaß  das  Schatzamt
Guthaben  in  New  York.  .  .  .  174,00  Mill.  Frcs.
„  „  London  407,00  „  „
R  i  b  01  zieht  auch  die  von  der  französischen  Regierung  an  die
Verbündeten  und  befreundeten  Staaten  geleisteten  direkten  Vorschüsse,
die  sich  auf  762  Mill.  Frcs.  belaufen,  in  den  Kreis  der  Einnahmen  hinein,
ohne  die  Vorschüsse  an  Rußland,  die  mittels  Diskontierung  von  Schatzwechseln ­
  bei  der  Notenbank  erfolgten,  zu  berücksichtigen.  Vorschußleistungen ­
  empfingen:
Belgien  592,00  Mill.  Frcs.
Serbien  165,00  „  „
Griechenland  5,00  „  „
Montenegro  0,40  ,,  ,,
Sodann  flössen  dem  Schatzamte  noch  die  rückständigen  Einzahlungen ­
  aus  der  3%  %  amort.  Rente  zu,  in  Höhe  von  232  Mill.  Frcs.
Die  Haupteinnahmequellen  sind  außer  der  Notenbank  in  den  kurzfristigen ­
  und  festen  Anleihen  zu  suchen.  In  den  12  Monaten  stieg  der
Absatz  der  National-Verteidigungs-Wechsel  von  1288  Mill.  Frcs.  auf
6963  Mill.  Frcs.  unter  Abzug  der  in  National-Verteidigungs-Obligationen
und  später  in  5  %  Rente  konvertierten  Summen.  Somit  verbleiben
dem  Schatzamte  als  Reinerlös  5675  Mill.  Frcs.
Hiervon  waren  abgesetzt  in  England  und  Amerika  am
31.  Oktober  1914  102,00  Mill.  Frcs.
31.  Oktober  1915  1165,00  „  „
d.  h.  in  12  Monaten  ein  Plus  von  .  1063,00  Mill.  Frcs.
Aus  der  zweiten  Quelle,  den  National-Verteidigungs-Obligationen,
schöpfte  das  Schatzamt,  abzüglich  der  Konvertierungen  in  5  %  Rente,  nur
632  Mill.  Frcs.,  und  von  der  französisch-englischen  Dollaranleihe  hatte
es  am  31.  Dezember  1915  400  Mill.  Frcs.  einkassiert.  Schließlich  beliefen ­
  sich  die  Mittel  aus  der  ersten  festen  5  %  Anleihe  auf:
Eingezahlte  Beträge  in  Frankreich  .  10  579,00  Mill.  Frcs.
in  England.  .  .  388,00  „  „
Zusammen  10  967,00  Mill.  Frcs.
Es  verbleiben  noch  die  von  der  Notenbank  geleisteten  Vorschüsse.
Am  3t.  Dezember  1914  beliefen  sie  sich  auf  .  3900,00  Mill.  Frcs.
am  31.  Dezember  1915  auf  5200,00  „  „
also  ein  Plus  von  1300,00  Mill.  Frcs. 1 )
Nun  können  die  an  fremde  Staaten  geleisteten  Vorschüsse  nicht
unter  die  tatsächlichen  Kapitalszuflüsse  gerechnet  werden.  Sie  stellen
vielmehr  lediglich  einen  Aktivposten  dar,  der  vielleicht  in  Zukunft
1 )  Die  Vorschüsse  der  Notenbank  an  den  Staat  waren  am  16.  Dezember  7600,00  Mill.
Frcs.,  so  daß  tatsächlich  3700,00  Mill.  Frcs.  dem  Staate  zuflossen.  Aus  den  Eingängen
aus  der  5  %  Rente  zahlte  der  Staat  aber  2400,00  Mill.  Frcs.  zurück.  Somit  verbleibt  ein
bilanzmäßig  ausgewiesener  Zufluß  von  nur  1300,00  Mill.  Frcs.
            
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