Full text : Die Heimarbeit im Kriege

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Nach  Anfertigung  der  nötigen  Probearbeiten  und  Ausscheidung
der  ungeeigneten  Frauen  wurden  die  orrnchen  Stellen  veranlaßt,
die  Zahl  der  ihnen  verfügbaren  Arbeiterinnen  und  die  von  ihnen
zu  bewältigende  Arbeitsmenge  in  regelmäßigen  Abständen  mitzuteilen. ­
  Um  eine  möglichst  gleichmäßige  und  gerechte  Verteilung
vornehmen  zu  können,  wurden  einheitliche  Zulassungsbedingungen
geschaffen,  die  durch  ein  sinnreiches  Kontrollversahren  ergänzt
wurden.  Auch  für  die  Vergebung  der  Arbeit  wurden  feste  Richtlinien ­
  ausgegeben.
Nach  dem  Urteil  maßgebender  Stellen  hat  sich  das  hessische
System  gut  bewährt;  in  ähnlichen  Formen  spielt  es  sich  in  Hessen-Nassau
  ab;  auch  Schlesien  und  Elsaß-Lothringen  arbeiten
mit  einer  großen  Zentralstelle;  im  übrigen  ist  es  leider
nicht  gelungen,  die  Organisationen  so  zu  vereinigen,  wie
es  im  Interesse  der  Sache  liegt.  Für  die  Verteilung
von  Sandsäcken  und  anderen  durch  das  Ingenieur-Komitee  zu  vergebenden ­
  Nähsachen  sollte  ein  privater  Verein,  der  Deutsche  Wohlfahrtsbund, ­
  als  Zentralstelle  fungieren  und  unter  Berücksichtigung
des  örtlichen  Arbeitsbedarfs  die  Aufträge  an  gemeinnützige  Organisationen ­
  und  Privatunternehmer  vergeben.  Der  Gedanke  war  gut;
die  Durchführung  —  durch  einen  privaten  Verein,  der  sich  bis
dahin  noch  nie  mit  Heimarbeitfraaen  befaßt  hatte  —  begegnete  berechtigten ­
  Bedenken.  Es  wurde  dagegen  geltend  gemacht,  daß  eine
so  wichtige  öffentliche  Aufgabe  nicht  in  die  Hand  eines  privaten
Vereins,  der  von  niemandem  verantwortlich  gemacht  werden  kann,
dem  auch  die  erforderliche  Kommandogewalt  fehlt,  dessen  Zusammensetzung ­
  von  allerhand  nicht  sachlich  begründeten  Zufälligkeiten  abhängt, ­
  gelegt  werden  dürfe.  So  fand  das  hier  gemachte  Beispiel
keine  Nachahmung  bei  anderen  Heeresbehörden,  wohl  aber  kam,
namentlich  veranlaßt  durch  die  Beschränkung  der  Arbeitszeit  in  den
Konfektionsbetrieben,  der  Gedanke  einer  planmäßigen  Verteilung
von  Heeresaufträgen  im  Kriegsministerium  in  ähnlicher  Form  zur
Anerkennung,  wie  sie  die  zweite  Heimarbeitkonferenz  angeregt
hatte  (vergl.  Anlage  5).  Nach  den  „Grundsätzen  fiir  eine  planmäßige ­
  Streckung  und  Verteilung  der  Heeresnäharbeiten"  soll  die
            
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