Full text : Ferdinand Lassalle

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Seelenleben  eines  Mannes  innewohnt!  Und  da
kann  ich  Dir  sagen,  die  Männer  sind  fast  alle  so,  daß
dergleichen  Dinge  in  ihnen  nicht  mehr  Jmportance  und
Wert  haben,  als  es  für  eine  Frau  hat,  wenn  (folgt
wieder  ein  drastischer  Vergleich).
Das  Fatalste  war,  daß  Du  dazu  kamst.  Ich  an  Deiner
Stelle  würde  mich  daher  damit  begnügen,  mir  von
***  sein  Ehrenwort,  vielleicht  selbst  sein  schriftliches,
geben  zu  lassen,  daß  er  nie  wieder  in  Deinem  Hause
sich  ähnlich  vergehen  wird.  Darüber,  daß  er  es  nicht
außer  dem  Hause  tun  wird,  würde  ich  ihm  nicht  einmal
ein  Versprechen  abfordern.
Im  Gegenteil.  Ich  würde  ihm  erklären,  daß  ich  ihm
dies  vollkommen  freistelle.  Die  einzige  noble  Weise,  in
der  eine  edle  Frau  derartige  Vergehen  des  Mannes  straft,
ist,  daß  sie  ihm  Gleichgültigkeit  in  dieser  Hinsicht  zeigt,
freilich  darfauch  diese  Freiheit  außer  dem  Hause  sich  eben
nur  auf  die  Befriedigung  solcher  „dunklen  Momente"
erstrecken  und  nicht  in  komplette  Mätressenwirtschaft  ausarten, ­
  der  der  Mann  seine  Zeit,  Einkünfte  usw.  opfert.

Gern  wäre  ich  selbst  nach  *  gekommen,  glaubend,
daß  meine  persönliche  Gegenwart  auf  ihn  wie  Dich  am
besten  dabei  wirken  könnte,  aber  meine  fatalen  Verhältnisse ­
  lassen  es  nun  einmal  nicht  zu.
Dein  Ferdinand  Lassalle
            
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