Full text : Ferdinand Lassalle

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unbeschränkten  Gebrauch  ihres  Flakons  mit  Eau  de
Cologne  verstattete.  Es  war  ein  Labsal  in  dem  niedrigen,
engen  Saal,  in  dem  vielleicht  für  höchstens  sechzig  Zuhörer ­
  Raum  war  und  in  dem  geroiß  hundertfünfzig
sich  zusammengepfercht  hatten.  Außerdem  waren  die
Korridore  schwarz  von  Menschen,  und  die  Arbeiter
standen  bis  auf  die  Straße,  um  Lassalle,  der  sich  jede
stürmische  Begrüßung  streng  verbeten  hatte,  bei  seinenr
Betreten  des  Gerichtsgebäudes  zum  mindesten  zu  sehen.
Es  war  gerade  neun,  der  Staatsanwalt  unterhielt  sich
mit  Lassalles  Verteidiger,  dem  Rechtsanwalt  Bloem,
da  entstand  eine  starke  Bewegung  int  Zuschauerraum;
Lassalle  trat  ein,  gefolgt  von  seinem  getreuen  Famulus,
dem  Düsseldorfer  Bevollmächtigten.  Lassalle  trug  unter
dem  linken  Arm  eine  Unmenge  Bücher,  die  er  kaum
umspannen  konnte,  vielleicht  fünfzehn  bis  achtzehn
Bände,  und  der  Bevollmächtigte  hinter  ihm  keuchte
unter  einer  noch  schwereren  Last.  Bloem  lächelte,  aber
der  Staatsanwalt  machte  ein  ganz  entsetztes  Gesicht
und  rief  unwillkürlich,  aber  doch  so  laut,  daß  wir  es
deutlich  vernehmen  konnten:  „Um  Gottes  willen!"
Lassalle,  der  mit  einer  vornehmen  Kopfbewcgung  den
Staatsanwalt  begrüßt  hatte,  stellte  seine  Bibliothek  aus
einem  Tische,  den  der  Gerichtsdiener  herbeigeschleppt
hatte,  auf  und  ordnete  dann  die  Bücher  systematisch.
Darauf  begrüßte  er  die  Gräfin  Hatzfeldt  mit  respektvoller ­
  Herzlichkeit  und  drückte  Bloeni  und  mir  die  Hand.
Er  hatte  auö  Achtung  vor  dem  hohen  Gerichtshof  großen
Gesellschaftsanzug  angelegt,  Frack  und  weiße  Binde.
Sobald  die  Herren  Richter  eintraten,  begab  sich  Lassalle
auf  die  Anklagebank  und  verneigte  sich  sehr  tief  vor  den
            
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