Full text : Logik des Geldes

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Erstes  Kapitel.  Methodologie.

Betrachten  wir  nun  das  Verhältnis  aller  dieser  Formeln,
dieser  Problemstellungen  zueinander.  Da  haben  wir  zunächst
überall  auf  einer  Seite  die  Auffassung,  nach  der  das  Wesen
des  Geldes  in  einem  Stoff  zu  suchen  ist,  im  Metall.  Namentlich
der  naive  Mensch  gelangt  leicht  zu  der  Vorstellung,  daß  das
Metall  allein  dem  Gelde  seinen  Wert  verleihe,  und  er  zieht
bewußt  oder  unbewußt  alle  Konsequenzen  hieraus,  auf  die  wir
nicht  eingehen  wollen.  Das  Geld  ist  ihm  mehr  als  ein  bloßes
Zeichen,  als  eine  Marke,  es  besitzt  einen  Wert,  eben  den  wirtschaftlichen ­
  Wert  dieses  Metalls.  Fragen  wir  aber  weiter:
Wodurch  kann  dieser  Wert  entstehen?  Für  den  Nationalökonomen ­
  nur  aus  »Nützlichkeit«  und  »Seltenheit«.  Als  Nützlich-Jceit
  könnte  hier  zunächst  die  Eignung  der  Edelmetalle  zum
Schmuck  und  zur  industriellen  Verwendung  gedacht  werden,
als  Seltenheit  die  Spärlichkeit  des  natürlichen  Vorkommens
von  Gold  und  Silber,  die  Größe  ihrer  Produktionskosten,
die  Schwierigkeit  ihrer  Erlangung.
Die  moderne  Auffassung  des  wirtschaftlichen  Wertes  erlaubt ­
  es  auf  keinen  Fall,  einseitig  eine  Kostentheorie  anzuwenden, ­
  sie  fordert  kategorisch  auch  die  Betonung  des  Faktors ­
  »Nützlichkeit«.  Es  ist  ohne  Interesse,  hier  zu  untersuchen, ­
  welche  Resultate  die  einseitige  Anwendung  einer
»Kostentheorie«,  wie  sie  früher  verwandt  worden  ist,  für
die  Geldlehre  zeitigen  mußte,  doch  ist  unschwer  einzusehen,
daß  der  »Metallismus«  oder  sagen  wir  »Materialismus«  um
so  ausgeprägter  gewesen  sein  muß,  je  konsequenter  solches
geschah.  Wenn  dagegen  heute  für  das  Moment  der  »Nützlichkeit« ­
  unbedingt  Berücksichtigung  gefordert  wird,  so  bewahrt
schon  das  vor  einer  einseitig-metallistischen  Geldauffassung.
Im  Gold  oder  Silber  an  sich  schlechthin  kann  der  Wert  des
Geldes  nicht  gesucht  werden,  denn  schlechthin  ist  kein  Ding
wertvoll.  Denn  Wert  ist  für  uns  nichts  anderes  als  eine  Beziehung ­
  von  Menschen  zu  Dingen,  nicht  aber  eine  Eigenschaft
            
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